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Beschaeftigungstherapie

War heute mittags im Elektroladen, ein einfaches Kabel kaufen. Kabel aus dem Regal genommen, dem Verkaeufer gegeben. Verkaeufer fuellt Formular aus, schickt mich mit dem Formular zur Kasse. Ich bezahle. Rechnung wird ausgedruckt. Ausgedruckte Rechnung wird von einem eigens dafuer zustaendigen Angestellten gefaltet, in einen Umschlag gesteckt und mir in die Hand gedrueckt.  Bekomme noch eine Kopie der Rechnung fuer die Security an der Tuer. Verkaeufer ueberreicht mir mein Kabel, nun in einer Tuete verpackt.

Ich verlasse den Laden durch die Tuer, welche sich direkt neben der Kasse, fernab jeglicher Ware befindet. Wachmann stellt sich mir in den Weg, fordert die Rechnungskopie, schaut sie gewissenhaft an, durchsucht meine Tuete und verabschiedet mich. Frage mich, was ich auf dem Weg von der Kasse zur Tuer noch unbeobachtet haette einstecken sollen. Zumal das Verhaeltnis von Verkaeufern zu Kunden sich im Vergleich zu einem Deutschen Mediamarkt umgekehrt verhaelt.

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Februar 2, 2010   No Comments

Made in Germany

Im Vorbeifahren auf dem Weg zur Arbeit ein neues Geschaeft entdeckt. Verkauft Inneneinrichtung, vornehmlich Teppiche. Heisst „Teppichhaus“. Frage mich, ob das ein „made in Germany“ suggerieren soll. Frage mich aber noch viel mehr, welcher Inder das unfallfrei aussprechen soll…

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Februar 2, 2010   No Comments

Diskriminierung

Werde mich wohl nie dran gewoehnen… Bin in den Fahrstuhl gestiegen. Liftboy luemmelt auf seinem Stuhl herum, zwei
Inder stehen im Fahrstuhl. Kaum erblickt der Liftboy mich steht er auf, gruesst und drueckt nochmals auf die Taste fuers Erdgeschoss. Positive Diskriminierung, negative Diskriminierung, als Weisser in Indien faellt man einfach auf…

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Februar 2, 2010   No Comments

Geburtstagsglueckwuensche

Faszinierend, von wem man so alles Glueckwuensche bekommt. Der HSV schickt eine Email mit Glueckwuenschen von Ze Roberto und Dennis Aogo nebst Foto, auf dem beide einen Geburtstagskuchen in den Haenden halten. Haben die bestimmt am Wochenende extra fuer mich gebacken…

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Februar 2, 2010   No Comments

for a change

Liebe Leserschaft,

das neue Jahr ist nun auch schon wieder einen Monat alt und auch ich bin mittlerweile wieder ein Jahr aelter geworden. Das neue Lebensjahr verspricht einiges an Veraenderungen und neuen Herausforderungen mit sich zu bringen. Auch wenn es hier zuletzt auf meinem Blog ruhig gewesen ist, so heisst das nicht, dass sich in meinem Leben nichts getan hat. Ich hatte eine tolle Weihnachtszeit bei meiner Freundin und meiner Familie in Deutschland. Meine zweite Operation ist gut verlaufen, nun ist auch der Granatsplitter im Gesicht entfernt, ohne dass es dabei zu bleibenden Schaeden gekommen ist. Die eigentliche grosse „breaking news“ der letzten Wochen ist aber: Ich habe meinen Vertrag in Indien mit meiner Firma einvernehmlich aufgeloest. Die Gruende dafuer sind privater, sowie beruflicher Natur. In der Folge werde ich nun nicht mehr, wie urspruenglich geplant, bis Ende September 2011 in Indien bleiben. Jetzt ist der 31. Maerz 2010 mein neuer letzter Arbeitstag hier in Indien. An diesem Tag werde ich auch meine Wohnung und mein Auto abgeben. Mein Haushalt wird sich schon Ende Maerz wieder im Container auf die Heimreise machen. Ich selbst werde vorher noch mit vier Freunden auf Abschiedstournee in Indien gehen, ehe ich dann meinem Hausrat folge. Allerdings nicht im Container, sondern per Flugzeug.

In Deutschland werde ich dann mit meiner Freundin zusammen eine schoene neue Bleibe suchen, die wir beziehen, sobald mein Hausrat dann eingetroffen ist und im Mai werde ich eine neue berufliche Herausforderung angehen.

Bis dahin fliesst aber noch einiges an Wasser den Ganges hinab und ich will hier nicht untaetig bleiben. Allerdings wird es in Zukunft im Verhaeltnis weniger lange und ausfuehrliche Beitraege von mir zu lesen geben. Dafuer werde ich euch vermehrt mit kurzen Einblicken in meinen Alltag unterhalten. Es wird quasi in Zukunft mehr getwittert als geblogt. Dafuer aber werdet ihr nun wieder haeufiger mit Einblicken in den Alltag hier belohnt, hoffe ich (bzw. ist zumindest der Plan). Also: Stay tuned! :)

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Februar 2, 2010   No Comments

Rueckblich und Ausblick

Schon lange schiebe ich es vor mir her, einen Jahresrueckblick zu schreiben. Am Jahrestag meiner Entsendung weilte ich gerade im Urlaub in Deutschland. Und auch danach habe ich es immer weiter vor mir hergeschoben. Und ehe ich mich versah war auch schon der naechste Jahrestag an der Reihe, der der Anschlaege vom 26. November 2008. Ich habe mich schwer getan, da jetzt die passenden Worte zu finden, fuer all das, was ich in der Zeit seit meiner Ankunft in Indien am 01. Oktober 2008 erlebt habe.

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Dezember 7, 2009   3 Comments

Lebenserwartung

Heute blieb mir doch auf dem morgentlichen Weg zur Arbeit glatt der Muesliriegel im Halse stecken, als ich auf die Titelseite der Times of India blickte. Ein Artikel dort behandelte die Lebenserwartung der Einwohner Bombays. Und diese empfinde ich doch als erstaunlich niedrig.

Laut CIA World Fact Book liegt Indien mit einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 69,89 Jahren recht abgeschlafen auf Platz 145. Zum Vergleich, Deutschland liegt mit im Durchschnitt 79,26 Jahren auf Platz 32. Nun schreibt aber die Times of India, dass die Lebenserwartung neuesten Untersuchungen zu Folge in Indien im Durchschnitt bei nur 63,7 Jahren liegt. Diesen Wert finde ich schon besorgniserregend. Im Folgenden geht der Artikel dann aber explizit auf Mumbai ein und hier betraegt die durchschnittliche Lebenserwartung fuer einen Mann lediglich 52,6 und fuer eine Frau 58,1 Jahre.

Dass das Leben hier ungesund ist, habe ich ja schon laenger geahnt, dass sich dies aber auch so deutlich in die Statistiken durchschlaegt ist dann doch beeindruckend. So plagen einen hier schliesslich nicht nur Schimmel und Abgase, sondern gerade auf die Inder aus einfacheren Verhaeltnissen warten noch ganz andere Gefahren im Alltag. Beeindruckend z.B. die Zahl der Toten im oeffentlichen Nahverkehr. 4.000 Tote im Jahr auf dem Netz der Vorortzuege, da wuerde sich die Hochbahn in Hamburg aber langsam schon Mal Gedanken machen… Dazu die Verkehrstoten auf den Strassen. Vorallem nachts kommt es haeufig zu unschoenen Szenen, wenn Alkohol im Blut ist und die Fahrer uebermuedet sind… Anschnallen ist dazu fuer die meisten ein Fremdwort und auf Airbags wird hier in vielen Fahrzeugen verzichtet. Und wenn man dann mal gerade nicht schnell fahren kann, weil Stau herrscht, so kommt z.B. im Falle eines Herzinfarkts der Krankenwagen mit Sicherheit zu spaet. Dazu die Arbeitsbedingungen, mit denen viele Inder taeglich zu kaempfen haben. Sicherheitsvorschriften, wie man sie aus Deutschland gewohnt sind, werden, sofern es sie hier ueberhaupt gibt, kaum in die Tat umgesetzt. Ich kann immer gar nicht hingucken, wenn jemand draussen vorm Buero am Bambusgeruest herumturnt, ohne Sicherung…

52,6 Jahre fuer einen Mann, ganz schoen bitter, da haette ich schon mehr als die Haelfte meines Lebens hinter mir. Keine schoene Vorstellung!

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November 3, 2009   4 Comments

Sendepause

Liebe Leserschaft, ich moechte mich mal wieder fuer eine laengere Sendepause entschuldigen. Fast einen Monat habe ich nicht geschrieben, Asche ueber mein Haupt. Ich gelobe Besserung und mache mich sogleich daran, ein paar neue Beitraege zu verfassen, die in den naechsten Tagen online gehen werden.

Viele Gruesse aus dem nun endlich wieder trockenen Bombay,

Benjamin

Liebe Leserschaft, ich moechte mich mal wieder fuer eine laengere Sendepause entschuldigen. Fast einen Monat habe ich nicht geschrieben, Asche ueber mein Haupt. Ich gelobe Besserung und mache mich sogleich daran, ein paar neue Beitraege zu verfassen, die in den naechsten Tagen online gehen werden.

Viele Gruesse aus dem nun endlich wieder trockenen Bombay,

Benjamin

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November 3, 2009   No Comments

Urlaubsbilder

Ich moechte meine werte Leserschaft hier ja nicht nur mit Schimmelpilz-Fotos vergraulen. Deshalb habe ich mich daran gemacht und meinen Urlaubsbildern im Photoshop den letzten Schliff verpasst. Hier findet ihr nun drei Alben mit Fotos:

1. Bad Harzburg – Cafe Winuwuk
2. Braunschweigs Altstadt
3. Wolfsburgs Autostadt

Einfach unten auf “read more” oder oben auf den Titel “Urlaubsbilder” klicken und ihr kommt zu den Galerien.

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Oktober 9, 2009   2 Comments

Home sweet home…

In der Nacht von Sonntag auf Montag bin ich wieder in Bombay gelandet. Hinter mir lag eine tolle Woche bei Sarah in Deutschland. Geflogen bin ich diesmal direkt nach Hannover, mit SWISS von Bombay ueber Zuerich. Sehr empfehlenswert, die Economy Class bei denen ist wirklich schick. In Deutschland folgte dann eine Mast mit all den Leckereien, die einem hier so fehlten, dazu Bundesliga Fussball live im TV, ein Besuch im wunderschoenen Cafe Winuwuk in Bad Harzburg, ein Kurztrip nach Hamburg zwecks diverser Arzttermine (Planung meiner naechsten OP zur Entfernung eines weiteren Granatsplitters, Cholera-Impfung, Leberflecken-Screening,…). Gegen Ende der Woche kamen dann auch meine Eltern nach Gifhorn, wir verbrachten einen Nachmittag im schoenen Braunschweig und einen Tag in der Wolfsburger Autostadt, Samstag hiess es dann noch Mal frische Luft schnappen bei einem Spaziergang um den Talkumsee und abends gab es als Henkersmahlzeit koestliche selbstgemachte Sushi, ehe ich dann Sonntag in aller Fruehe mit einem alten Lufthansa Jumbo wieder nach Bombay geflogen wurde.

Dem aufmerksamen Leser wird es nicht entgangen sein, waehrend meiner Abwesendheit hat der Timer am Bildschirmrand die magische Marke von 365 Tagen geknackt. Das heisst, ich bin mittlerweile seit ueber einem Jahr ein Mumbaiker. Von der anfaenglichen Euphorie ist im Moment allerdings nicht mehr allzuviel vorhanden. Der Monsun hat mich wirklich fertig gemacht. Es macht einfach keinen Spass zuzugucken, wie einem der Haushalt vermodert und staendige Ersatzbeschaffungen reissen einem Loecher ins Konto.

Auch jetzt erfolgten direkt nach meiner Rueckkehr gleich wieder die ersten Nackenschlaege. Kaum betrat ich um kurz nach halb drei am fruehen Montagmorgen meine Wohnung, begruesste mich schon wieder der Schimmel. Faszinierend, in welcher Farb- und Formenvielfalt er vorkommt. Kleine, weiss-graue Inselchen auf einem Lederportemonnaie, feiner gruenlich-grauer Ueberzug auf schwarzen Schuhen, recht grell greener Pelz auf braunen Lederschuhen, flauschig weisse Inselchen auf schwarzem Lackleder, kuschelig weiche gruene Inselchen auf der Ledersohle, schicke weisse Sprenkler auf einer blauen Jeans und feine weisse Siedlungen auf einem indischen Anzug, um nur einige zu erwaehnen. Und das ist nur der Schimmel, den man sieht. Ich will gar nicht wissen, wie es in Matratzen, Bettzeug, Sofapolstern usw. ausschaut. Immerhin, noch koennen die Moebel nicht laufen. Aber ich habe den Verdacht, sie versuchen gelegentlich mit mir zu sprechen. Ich glaube auf Russisch!

Gesund sein kann das alles nicht. Aber immerhin weiss ich dann jetzt, woher dieser staendige Hustenreiz kommt…

Ich war so frei und habe die kleinen Kunstwerke der Natur mit der Kamera festgehalten und die Bilder hier eingestellt.

Bild 1 von 9

Ein verschimmelter Anzug

Rueckblicken hatte das Jahr hier in Bombay allerhand zu bieten. Sowohl positiv als auch negativ. So haette ich ohne die Entsendung nach Bombay heute zwar nicht vier Granatsplitter in meinem Koerper stecken, aber dafuer haette ich wohl auch nie meine Sarah kennengelernt. Auch wenn der Alltag hier kein Spaziergang ist, so ist er doch voll von faszinierenden Erfahrungen. Und auch wenn man glaubt, man hat so viele verrueckte Sachen erlebt, da kann eigentlich nichts mehr kommen, so wird man in dieser Stadt hier doch schnell eines Besseren belehrt.

Gerade heute Nachmittag fragte mein Fahrer Lucas mich, ob er mir einen Kaffee besorgen solle. Irre ich mich, wenn ich sage, dass die meisten von euch nun vermutlich denken, er haette sich zum naechsten Starbucks aufgemacht und mir einen Becher Kaffee besorgt? Falsch gedacht! Er verliess das Buero und kam kurz darauf mit einer kleinen durchsichtigen Plastiktuete in der Hand zurueck. Und in eben dieser Plastiktuete befand sich nicht etwa Wasser und ein Goldfisch, nein, darin war mein Kaffee. Noch fix umgefuellt in eine schoene Tasse und da stand er auf meinem Tisch, frisch, noch dampfend, Kaffee To-Go auf indisch…

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Oktober 8, 2009   1 Comment