Matheran – Flucht ins Gruene
Heute stand ein groesserer Ausflug auf dem Programm. Es sollte nach Matheran gehen. Matheran ist eine so genannte “Hillstation”, etwa 90 km von Mumbai entfernt und in 800 Metern Hoehe gelegen. Das besondere an dieser Hillstation ist, dass motorisierter Verkehr dort verboten ist. Die Mumbaiker fahren gerne dort hin, um die Ruhe und die saubere Luft zu geniessen.
Unser Trip begann um 6:30 Uhr in der Hotellobby, um 7:00 Uhr waren wir an der Dadar Station mit einer Gruppe AIESEC Trainees verabredet, insgesamt waren wir 11 Leute. Von Dadar ging es mit dem Localtrain gut zwei Stunden bis Neral, einem kleinen Dorf etwa 90 km von Mumbai entfernt. Die Localtrains hier sind eine Geschichte fuer sich. Wir hatten Glueck, am Samstagmorgen wollte wohl so frueh kaum einer aus der Stadt raus, so dass jeder einen Sitzplatz in der ersten Klasse fand.
Leider war die Schmalspurbahn, die von Nerul nach Matheran faehrt defekt, so dass wir auf Taxen ausweichen mussten. Diese befoerderten uns zuegig hoch nach Matheran, fuer Rs. 50 pro Nase. Vom Eingang, wo man dann auf motorisierte Gefaehrte verzichten muss, bis zum Zentrum, geht man etwa 5 km. Wir gingen entlang der Gleise und wurden mit genialem Ausblick belohnt.
Richtig angekommen mieteten wir Pferde und liessen uns auf deren Ruecken durch die Landschaft fuehren. Ja, richtig gelesen, fuehren. Jedes Pferd hatte seinen Aufpasser, der die ganze Zeit die Zuegel in der Hand hielt und nebenher ging.
Es gibt in Matheran diverse Aussichtspunkte, die teilweise wirklich genial sind. Per Pferd kommt man direkt zu den Punkten nicht hin, so dass wir oft absteigen und den letzten Rest des Weges zu Fuss zurueck legen mussten, ziemlich anstrengend bei tropischen Temperaturen, aber auch ein tolles Erlebnis, auf verworrenen Pfaden durch den Wald zu klettern. Und auch hier entschaedigte jeweils der Ausblick fuer die Strapazen.
Nach zweieinhalb Stunden auf den Ruecken der Pferde waren wir dann aber auch froh, wieder zurueck im Zentrum Matherans zu sein. Wir goennten uns noch ein leckeres indisches Essen, ehe wir den Ruecktritt antraten.
Leider fuhr die Bahn auch am spaeten Nachmittag nicht, so dass wir zunaechst die 5 km bis zu den Taxen wieder zu Fuss zurueck legten. Auf Reiten hatten wir keine Lust mehr und sich von einem kleinen Inder in der Rickshaw ziehen zu lassen war uns dann doch nicht so geheuer.
Allerdings waere India nicht incredible India, wenn alles gelaufen waere, wie geplant. Bei den Taxen angekommen, wunderten wir uns ueber eine extrem lange Schlange von wartenden Menschen, obwohl alles voll Taxen war. Wie wir erfuhren, sind die Taxen im Laufe des Tages in den Streik getreten, da ausgerechnet heute ein neuer Bus eingefuehrt wurde, der von der Talstation zur Bergstation fahren soll und den Taxen somit das Geschaeft streitig macht.
Die Warterei wollen wir uns nicht antun, somit traten wir tapfer auch noch den 9 km Marsch runter nach Nerul an. Ein wahres Abenteuer, zumal nicht alle passendes Schuhwerk anhatten. Ausserdem sass uns die Zeit im Nacken, denn hier wird es frueh dunkel. So verbrachten wir dann die letzten 45 Minuten auch mit einer kleinen Nachtwanderung in Indien.
In Nerul angekommen mussten wir uns noch zum Bahnhof durchfragen. So ein indisches Dorf wie Nerul ist nochmal ganz was anderes als Mumbai und wir als Gruppe von Auslaendern waren eine echte Attraktion. Als wir dann endlich auf dem richtigen Pfad waren, fing es zu allem Ueberfluss noch an zu gewittern und im Nu fiel im Dorf der Strom aus.
Am Ende kamen wir dann doch noch am Bahnhof an, warteten brav 50 Minuten auf den naechsten Zug nach Mumbai und traten dann die 2 Stuendige Rueckfahrt an.
Alle haben ueberlebt. Es war trotz (oder gerade auch wegen der Stapazen) ein tolles Abenteuer und hat wirklich Spass gemacht und ich bin jetzt schon gespannt, was incredible India als naechstes zu bieten hat. Fotos folgen, sobald ich meine Kamera mit dem neuen Laptop verbinden darf.



3 comments
Herzlichen Glückwunsch zum Überleben

Aber wenn ich das so lese…50 Minuten auf den Zug warten. Das geht doch noch..
Beste Grüße
Arme, arme Taxen.
Ich hab heute noch Muskelkater
Morgen gibt es erstmal eine Fussmassage bei AromaThai!
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