Registriert
Die naechste Huerde ist genommen, ich bin nun offiziell in Indien registriert. Jeder Auslaender, der mehr als 180 Tage in Indien verbringen moechte, muss sich innerhalb von 14 Tagen nach seiner Ankunft registrieren. Dies macht man in den grossen Staedten im F.R.R.O. – Foreigner’s Regional Registration Office, in den kleinen Staedten bei der lokalen Polizeiwache. Das ganze Prozedere ist nicht ganz einfach.
Als ich nach der fast zweistuendigen Fahrt im unklimatisierten Taxi endlich am Ziel angelangt war, kam ich mir zunaechst vor, als haette ich eine Zeitreise gemacht. Das F.R.R.O. ist in einem schicken, alten Gebaeude untergebracht:
Und auch der Ablauf kam eine vor, als entstamme er aus einer anderen Epoche. Zunaechst musste man sich am Eingang in einem grossen Buch eintragen.
Danach ging es in den dritten Stock. Auch dort musste ich mich nach einiger Wartezeit wieder in ein Buch eintragen. Anschliessend ueberpruefte die Dame am Empfangstresen meine Dokumente auf ihre Vollstaendigkeit. Folgende Unterlagen waren mitzubringen:
- Mein Reisepass mit dem Visum und je drei Kopien
- Der “Letter of Untertaking” im Original und zwei Kopien (dieses Schreiben besagt im Grunde, dass die Firma fuer die Kosten meiner Heimreise aufkommt, sollte ich des Landes verwiesen werden)
- Der “Letter of Sponsoreship” im Original und zwei Kopien (dieses Schreiben besagt, dass quasi alle Kosten, die unser Liaisson Office hier in Mumbai verursacht durch das Haupthaus in Hamburg getragen werden)
- Drei Kopien meines Arbeitsvertrags (englische Uebersetzung)
- Drei Kopien meines “Leave and License Agreements” (das ist hier der Mietvertrag, da ich noch keine eigene Wohnung habe, hatte ich ein Schreiben meines Hotels vorgelegt)
- Drei Kopien des Reisepasses meines indischen Kollegen, der die Letter of Undertaking und Letter of Sponsoreship unterschrieben hat
- 3 – 4 Passfotos (ich brauchte am Ende nur 2)
Da meine Dokumente offensichtlich vollstaendig waren, schrieb die Dame ein paar Dinge auf die Rueckseite, ich bekam einen Chip mit einer Nummer drauf und wurde ins Wartezimmer geschickt.
Im Wartezimmer musste man sich dann an einen der Computer-Terminals setzen und das Registrierungsformular ausfuellen und ausdrucken.
Ich hatte Glueck, als ich damit fertig war, wurde meine Nummer bereits ausgerufen, so dass ich sofort zu einem der Beamten geschickt wurde. Zunaechst gab die Dame mir einen PC Ausdruck und einen Klebestift und bat mich, mein Foto aufzukleben, eine Unterschrift zu leisten und einige Angaben zu vervollstaendigen. Anschliessend ueberpruefte sie meine Unterlagen sehr gewissenhaft, markierte die anscheinend wichtigen Informationen und sortierte sie.
Als sie damit fertig war, bekam ich meinen Pass zurueck so wie eine Quittung. An dieser Stelle macht man wirklich drei Kreuze, denn nichts waere nerviger als wieder nach Hause zu muessen und an einem anderen Tag wiederzukommen.
Nun musste ich wieder ins Wartezimmer und mir fuer Rs. 100 mein Registration Report And Resident Permit (ein kleines blaues Heftchen) sowie fuer Rs. 50 einen Aktenordner kaufen. Meine Quittung wurde vervollstaendigt und ich bekam noch einen Zahlungsbeleg ausgehaendigt.
Anschliessend musste ich im Wartezimmer das Heftchen ausfuellen und meinen Aktenordner ausfuellen und warten, dass meine Nummer wieder ausgerufen wurde.
Ich hatte wieder Glueck und es dauerte nicht lang, bis ich zu meiner freundlichen Beamtin durfte. Ich kam mir vor, wie ein kleiner Schuljunge, als sie ueberpruefte, ob ich meinen Aktenordner denn auch fein beschriftet habe und ob mein Heftchen auch ja gewissenhaft ausgefuellt wurde. Dann drueckte sie mir wieder den Klebestift in die Hand, damit ich auch ins Heftchen ein Foto kleben konnte.
Sie gab mir dann zu verstehen, dass ich nun 20 Minuten warten muesse, bis ihr Chef mein Heftchen unterschreibt. Also begab ich mich wieder ins Wartezimmer und richtete mich auf eine laengere Wartezeit ein, schliesslich ist Indien gekannt fuer seine IFT, die Indian Flexible Time. Ich hatte mir extra ein Buch mitgenommen (Shantaram von Gregory David Roberts), welches mich sofort in seinen Bann zog und ich war direkt erschrocken, als die gute Dame nach genau 20 Minuten wieder vor mir stand, mir meinen unterschriebenen “Registration Report and Residential Permit” aushaendigte und mich nach Hause schickte.
Nun brauch ich nur noch meine PAN-Card (Personal Acount Number fuer die Steuern) und dann bin ich quasi Mumbaiker




1 comment
Glueckwunsch!
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