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An Tagen wie diesen…

Es gibt solche Tage und es gibt solche Tage. Sonntag z.B. war ein unheimlich entspannter Tag. Nach de Ausschlafen stand Brunchen auf dem Programm. Dieses Mal zog es uns ins Spices, ein Restaurant im JW Marriott Hotel in Juhu Beach. Der Brunch dort war sensationell. Es gab nur asiatische Kueche, aber alles vom Feinsten, Dimsum, Sushi, Thai,… Von 12:30 bis 16:00 Uhr wurde wieder geschlemmt, was das Buffet hergab.

 

Anschliessend machten wir uns mal wieder auf den Weg in die Inorbit Mall, Shopping. Und weil Shopping ja bekanntlich reichlich anstrengend sein kann, goennten wir uns zwischendurch eine einstuendige Fussmassage. Der Spass kostet hier knapp 10 EUR und man fuehlt sich danach wie neu geboren, fit fuer weitere Shoppingeskapaden.
Zum Abschluss des Tages ging es dann noch ins Kino, es gab “Body Of Lies”, von den Machern von “Departed”. Definitiv kein schlechter Film, aber von der Handlung doch deutlich vorhersehbarer als “Departed”. Leider waren die “Gold Class Seats”, die Sitze, die sich bis zu 150 Grad nach hinten neigen lassen und die ueber einen eigenen Butler verfuegen, fuer diese Vorstellung nicht verfuegbar, aber auch die normalen Sitze hier sind schon deutlich bequemer als bei uns, verstellbarer Rueckenlehne sei Dank.

Aber es geht auch anders, volksnah quasi. Dienstag hier Feiertag, Diwali. Wir haben uns entschlossen, die Chance zu nutzen und ein wenig die Innenstadt von Mumbai zu erkunden. Treffpunkt war Churchgate und wir sind mit dem Local Train in der zweiten Klasse angereist. In Bandra war der Zug noch gut gefuellt, allerdings stiegen die meisten Fahrgaeste zum Glueck kurze Zeit spaeter in Dadar schon aus. Von Churchgate aus fuhren wir kurz zwei Stationen zurueck zur Charni Road und erkundeten dort zu Fuss ein altes Stueck Mumbai: Kotachiwadi. “Wadi” bedeutet soviel wie “Weiler” und diese Ecke ist wahrlich ein kleines Dorf innerhalb der grossen Stadt. Zu sehen gibt es wunderbar ruhige Strassen und Gassen ohne Taxen oder Rickshaws und etwa 30 alte, zweistoeckige Holzhaeuser einer ehemals christlichen Enklave. Man kam sich vor, wie in einer anderen Welt.

 

Weiter ging es dann mit einem der unklimatisierten schwarz gelben Taxis nach Mahalaxmi, zum Dhobi Ghat. Ein Dhobi Ghat ist ein Ort, wo die Waesche gewaschen wird. Dieses spezielle Dhobi Ghat in Mahalaxmi existiert seit gut 140 Jahren, es ist Mumbais aelteste und groesste von Menschen betriebene Waschmaschine. Hunderte von sogenannten Dhobis wringen hier taeglich den Schmutz aus tausenden von kg verschmutzter Kleidung. Dies geschieht, wie zu Grossmutters Zeiten, von Hand in ueber 1000 open-air Truegen. Weil sich hier alles im Freien abspielt, unterscheidet sich der Service auch je nach Jahreszeit. Waehrend man in der Trockenzeit seine Kleidung in der Regel gewaschen, getrocknet und gebuegelt zurueck nach Hause geliefert bekommt, kommt sie waehrend des Monsums nass zurueck. Das Dhobi Ghat ist ein Wunder fuer sich und es ist wirklich faszinierend, dass ganz ohne EDV, nur durch das Aufmalen von Zeichen, fast alle Kleidungsstuecke den Weg zurueck zu ihrem Besitzer finden.

 

Hier am Dhobi Ghat passierte allerdings auch das erste wirklich unschoene Erlebnis des Tages. Als wir an einer Ampel warten mussten, wir wollten die Strasse ueberqueren um zu Fuss entlang der Pferderennbahn zu Haji Ali’s Mosque zu laufen, wurden wir recht aggressiv von einer Bettlerin bedraengt. Sie forderte Geld, welches wir ihr nicht geben wollten. Darauf hin fing sie an uns am Arm zu kratzen. Abwehrende Handbewegungen fuehrten nur zu staerkerem Kratzen und am Ende jagde sie mich auf die Strasse, wo ich prompt von einem Taxi angefahren wurde. Zum Glueck fuhr der Wagen nur langsam um die Ecke, als er mich erwischte. Unangenehm war lediglich, dass das Taxi mehrere Sekunden auf meinem Fuss stand, eh es endlich weiter fuhr. Ausser einem gehoerigen Schrecken ist mir allerdings nichts passiert. Ich musste mich anschliessend wirklich zusammen reissen, die Bettlerin nicht an Ort und Stelle zur Sau zu machen, da sie das ganze offenbar auch noch lustig fand.

Ohne weitere Zwischenfaelle erreichten wir dann Haji Ali’s Moschee. Diese im 19. Jahrhundert erbaute Anlage erreicht man trockenen Fusses nur bei Ebbe. Die Gruft beherbergt den Leichnam des muslimischen Heiligen Haji, der Legende nach verstarb er auf Pilgerfahrt nach Mekka und sein Koerper wurde genau an der Stelle, wo heute die Moschee steht, wieder an Land gespuehlt. Taeglich besuchen tausende Pilger, Hindus wie Moslems, diesen Ort. Nach einer kurzen Besichtigung der Anlage machten wir uns mit dem Taxi auf dem Weg zurueck zum Hotel.

 

Abends ging es dann nach Powai, ein paar Freunde in diesem Vorort besuchen. Die Siedlung Hiranandani Gardens in Powai zeichnet sich dadurch aus, dass die Architekten beim Entwurf der Wolkenkratzer nicht gerade mit Greco-Romanischen Elementen gegeizt haben. Dadurch hat Powai heute eine etwas eigenwillige, aber sehr auffaellige Skyline zu bieten. Die Fahrt nach Powai ist ein etwa 45minuetiger Rickshaw-Ritt, grosse Teile davon auf der Autobahn. Das ist schon etwas unheimlich, wenn einen links und rechts wesentlich schnellere und wesentlich groessere Fahrzeuge ueberholen. Fast am Ziel mussten wir dann nur noch kurz rechts abbiegen und uns durch den Gegenverkehr schlaengeln, dabei waere es dann auch fast um uns geschehen. Auf den ersten drei Spuren stoppten die Wagen alle brav an ihrer Ampel, so dass unser Rickshaw-Fahrer sich zuegig ans abbiegen machte. Doch als ich dann nach links aus unserer Rickshaw spaehte, sah ich etwas grosses, rotes mit unverminderter Geschwindigkeit auf uns zu rauschen. Unter Hupen und Quietschen kam der boese B.E.S.T. Bus dann so gerade eben noch zum Stehen. Ich brauchte nur meine Hand auszustrecken und konnte ihn direkt beruehren. Puh!

Der Rest des Tages verlief dann wesentlich entspannter. Essengehen, ein paar Knaller anzuenden und dann wieder Heim. Auch wenn Mumbai gelegentlich versucht einen umzubringen, ich lebe noch! Happy Diwali!

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1 comment

1 CD { 10.31.08 at 15:16 }

Wenn ich das so lese : Pass auf dich auf!

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