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Fotosafari im Grossstadtdschungel

Nachdem ich mich nun in meinem Vorort schon fast so gut zurecht finde, wie in meiner Westentasche, haben wir uns am Samstag mal an die Erkundung von Downtown Mumbai gemacht.

Unsere Tour haben wir in Malabar Hill gestartet. Von den Hanging Gardens aus hat man einen tollen Ausblick ueber den Marine Drive und Downtown Mumbai. In der Naehe der Hanging Gardens befinden sich die Towers of Silence. Diesen Ort kann man allerdings nicht besichtigen. Die Towers of Silence dienen den Parsen fuer die “Entsorgung” ihrer Toten. Die Leichen werden auf diesen Tuermen aufgebahrt und den Voegeln (vornehmlich Kraehen) ueberlassen. Geruechteweise finden die Anwohner dort das nicht ganz so lustig, denn ab und an findet man auf seinem Balkon wohl die ein oder anderen unschoenen Ueberreste… Aber das soll nicht meine Sorge sein, ich wohne dort schliesslich nicht.

Von den Hanging Gardens aus fuhren wir dann, welch Luxus, in einem klimatisierten Taxi zum Taj Hotel. In der Sea Lounge im alten Teil des Taj Hotels kann man ganz wunderbar Kaffee trinken, den Ausblick auf die vor dem Gateway of India duempelnden Schiffe geniessen und kommt sich dabei vor, wie in einer anderen Zeit. Und wenn man dann die Rechnung bekommt, kommt man sich auch ein wenig so vor, wie in der alten Heimat.

Am Gateway of India starteten wir dann die vom Lonely Planet vorgeschlagene Mumbai Walking Tour. Diese fuehrte zunaechst am exklusiven Royal Bombay Yacht Club und dem Art-Deco Gebaeudekomplex Dhunraj Mahal vorbei zum Regal Circle. Dieser Kreisverkehr ist umgeben von beeindruckenden Gebaeuden. Angefangen beim alten Sailors Home, welches heute das Polizei Hauptquartier beherbergt, ueber das im Art-Deco-Stil gebaute Regal Cinema bis hin zum alten Majestic Hotel, welches heute diverse Geschaefte beherbergt.

Weiter ging es dann entlang der wunderschoen renovierten Fassade des Institutes of Science hin zum Prince of Wales Museum. In Mumbai ist man sehr bemueht, sich von den Relikten der Kolonialzeit zu trennen, weshalb viele Strassen und Gebaeude in juengerer Vergangenheit umbenannt wurden. Das Prince of Wales Museum hat so jetzt den einpraegsamen neuen Namen Chhatrapati Shivaji Maharaj Vastu Sangrahalaya. Kann man sich nicht merken? Macht nichts, geht allen so. Einfach nach dem Prince of Wales Museum fragen und schon wird man in die richtige Richtung geleitet.

Die Tour fuehrte uns weiter, vorbei an Elphinstone College und David Sassoon Library und vielen weiteren beeidruckenden Gebaeuden verschiedenster Baustile bis zur Flora Fountain. Von dort ging es an der St. Thomas’ Cathedral vorbei zum Horniman Circle. Dieser wunderschoene, kreisfoermige botanische Garten ist umgeben von mehr als 100 Jahre alten Haeuserarkaden und wird ueberschaut vom neoklassischen ehemaligen Rathaus, welches heute die Asiatic Society of Bombay Library und Mumbai’s State Central Library beherbergt.

Weiter ging es zum im venezianisch gothischen Stil gehaltenen State Public Works Department, dem High Court und der reich verzierten Fassade der University of Mumbai. Die Tour endete dann an der Churchgate Station, von wo aus wir uns mit einem Taxi auf den Heimweg machten.

Generell kann man sagen, dass Downtown Mumbai wirklich Potenzial hat. Viele der beeindruckenden alten oeffentlichen Gebaeude sind mittlerweile toll hergerichtet. Es gibt auch beeindruckend viele alte private Wohnhaeuser, die es, wenn sie denn endlich renoviert werden wuerden, es durchaus mit Hamburg Eppendorf aufnehmen koennten. Dazu kommt eine Vielzahl von Art-Deco-Gebaeuden, die, wenn man ihnen mal einen frischen Anstrich verpassen wuerde, durchaus in Miami Beach stehen koennten. Also, Potenzial ist vorhanden, aber es gibt noch viel zu tun!

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