Kashid Beach
Am letzten Sonntag stand mal wieder ein Ausflug auf dem Programm. Diesmal sollte es ein entspannter Tag an der See werden. Sonne, Strand und Meer…
Meine Reise begann um kurz vor acht morgens in Bandra an meinem Hotel. Um diese Zeit ist es nicht so einfach, ein Taxi zu bekommen. Also ging ich gemaehlich Richtung Linking Road um dort einem am Strassenrand wartenden Taxifahrer ein Laecheln ins Gesicht und Dollarzeichen in die Augen zu zaubern mit meinem Wunsch, bitte zum Gateway of India gefahren zu werden.
Die Taxifahrt ging unglaublich schnell, wir brauchten fuer diese Strecke gerade mal 25 Minuten, rekordverdaechtig. Das Problem nun war, dass ich viel zu frueh am verabredeten Treffpunkt war. Als Zeit war eigentlich 9 Uhr abgemacht. Um diese Zeit als Weisser am Gateway zu warten ist nicht der erste Preis. Es dauerte nich lange und ich war umzingelt von Leuten, die mir alles moegliche verkaufen wollten: Riesige Luftballons, Reisefuehrer, Postkarten, Blumenarmbaender und und und. Ich verlor recht bald die Nerven und fluechtete ins Taj Hotel.
Als Martin dann puenktlich eintraf, kauften wir unsere Tickets fuer die Bootfahrt und gingen an Bord. Die Fahrt nach Mandwa dauert gut 50 Minuten. Wir versuessten uns die Zeit an Bord mit einem Chai-Tee fuer Rs. 5 (umgerechnet etwa 8 Cent). Von Mandwa ging es dann mit einem wenig verdrauenswuerdigen Bus weiter nach Alibaug. Der uralte Bus und der Ausblick aus dem Fenster auf ein recht laendliches Indien liess schnell das Gefuehl aufkommen, wir haetten ausversehen einen Timewarp hingelegt.
In Alibaug deckten wir uns dann mit Proviant ein und traten in Verhandlungen mit den Taxifahrern. Am Ende fanden wir einen, der uns fuer Rs. 400 nach Kashid fahren wollte. Die Tour ueber Strassen, die teilweise mehr Schlagloecher als geschlossene Asphaltdecke waren, bot interessante Ausblicke, ist aber nichts fuer schwache Maegen, “bumby” waere noch untertrieben.
In Kashid angekommen fanden wir einen traumhaften, feinen Sandstrand vor. Es stellte sich allerdings schnell heraus, dass wir die einzigen hellhaeutigen Touristen weit und breit waren. Da Inder nicht braun werden wollen (nicht umsonst gibt es hier zu Hauf Bleichmittel fuer Mann und Frau), hatten sich die meisten in den Schatten verkruemelt, wir waren die einzigen, die direkt am Strand ihr Lager aufschlugen.
Aus unserem Plan, einen relaxten Tag am Strand zu verbringen, wurde dann nichts. Kaum hatte ich die Augen zwei Minuten zu, wurde es auch schon dunkel. Als ich die Augen wieder aufschlug, sah ich uns von gut 15 – 20 Indern umzingelt. Alle wollten sie wissen, wo wir denn herkaemen, was wir in Indien machen, wie uns Indien gefaellt und so weiter und so fort. Und natuerlich wollten sie alle Fotos mit uns. So ging es dann auch den ganzen Tag froehlich weiter. Wirklich Ruhe hatten wir nie, staendig gesellte sich jemand zu uns.
Ein Highlight trug sich zu, als wir unsere Sonnencreme rausholten. Sofort kam ein fast schwarzer Inder und wollte das auch unbedingt ausprobieren. Ob der glaubt, dass er danach so hellhaeutig ist, wie wir?
Jedesmal, wenn wir ins Wasser gegangen sind, zueckten dann alle ihre Handykameras um zu dokumentieren, dass wir Weissen sogar schwimmen koennen.
Wir ergaben uns recht bald unserem Schicksal, ashen ein, dass es mit einem entspannten Tag am Strand nichts wird und verbrachten dann die Zeit damit, mit den Indern am Strand Cricket zu spielen.
Nach gut vier Stunden am Strand mussten wir dann auch schon wieder die Rueckreise antreten, um noch das letzte Schiff nach Mumbai zu erwischen. Alles in allem ein interessanter Tag, aber in Anbetracht der Reisezeit sollte man beim naechsten Mal doch ueberlegen, lieber gleich nach Goa zu duesen…



1 comment
Hmmmm das mag ich auch mal wieder.
Aber ihr koennt ja in Kashid uebernachten…
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