Dahingerafft
Was auch immer es war, das Wetter mit der unglaublichen Hitze, was falsches gegessen, psychosomatische Erscheinungen auf Grund von Trennungsschmerz… Es hat mich mal wieder erwischt. Das letzte Mal war auch schon erstaunlich her, Oktober 2008. Nun streckte es mich am Wochenende mal wieder nieder. In der Nacht von Samstag auf Sonntag fing es an. Gliederschmerzen. Sonst nichts. Sonntag quaelte ich mich durch den Tag. Da es mir draussen aber zu heiss war zog ich mich dann doch recht bald wieder in die Naehe meiner Klimaanlagen zurueck.
Der Plan war ohnehin einen ruhigen Tag zu verbringen und abends auf Neo Sports das Spiel Stuttgart gegen Hamburg zu verfolgen. Dass ich dabei ich wahrsten Sinne des Wortes mitfiebern wuerde, habe ich allerdings nicht gedacht. 39,7 Grad war mein Spitzenwert.
Die Nacht von Sonntag auf Montag war dann der Horror. Vom Durchfall dehydriert, von Gliederschmerzen geplagt und mit Fieber bis zu 40,1 Grad waelzte ich mich in den Laken und kam, staendig wieder zum Locus getrieben, kaum zur Ruh. Hoehepunkt war dann ein Sturz auf dem Weg vom Bad zurueck. Fluessigkeit her. Also auf allen vieren zum Kuehlschrank, Wasser und Saft getankt und auf allen vieren wieder zurueck. Man wollte ja nicht nochmal umfallen… Ausserdem wurden dann auch Wadenwickel und Paracetamol benoetigt, denn das hohe Fieber wurde mir doch langsam unheimlich.
Irgendwie ueberstand ich die Nacht dann auch.
Montag verbrachte ich, mit Ausnahmen von haeufigen Besuchen im Badezimmer im Bett. Dabei erwies sich Indien mal wieder als Gluecksgriff. Meine Maid kuemmerte sich in der Zwischenzeit um den Haushalt und mein Fahre fuhr los, um mir Ciprofloxacin 500 mg (ein Antibiotikum) und Loperamid (welches aber nichts brachte), sowie roten Traubensaft zu besorgen. Das Fieber blieb konstant ueber 39 Grad, ich trank und trank und trank und irgendwann war, Kopf- und Gliederschmerzen zum Trotz, auch der Tag vorbei. Das groesste Problem war es, meinen Fahrer zu ueberzeugen, doch bitte nach Hause zu fahren. Irgendwann gelang es mir dann doch, aber er hat wohl vorher noch fix alle Nachbarn informiert, dass ich krank bin, so wurde ich dann gleich mehrmals von denen angerufen, ob mit mir alles okay sei.
Die Nacht auf Dienstag brachte auf wundersame Weise eine Befreiung vom Fieber. Der Bauch grummelte aber noch immer und ich blieb auch den Tag lieber im Bett. Lucas, mein Fahrer, erzaehlte mir, er habe mit seiner ganzen Familie (Frau und zwei erwachsene Toechter) fuer meine Genesung gebetet. Hat wohl geholfen… Am Morgen riefen auch gleich wieder die Nachbarn an, um sich nach meinem Zustand zu erkundigen. Abends bin ich doch mal zum Arzt. Man weiss ja nie. Ich lieferte eine Blut- und eine Urinprobe ab, um sichergehen zu koennen, mir nichts aus dem bunten Strauss tropischer Infektionskrankeiten gefangen zu haben. Als ich Lucas dann 1 ½ Stunden spaeter die Ergebnisse abholen liess, gab es auch direkt Entwarnung, alles im normalen Bereich, “nur” eine stink normale Magen-Darm-Infektion.
Seit Mittwoch verbringe ich die Tage nun auch wieder ausserhalb meines Betts und nehme feste Nahrung zu mir. Mittwoch guckte auch direkt noch ein Nachbar persoenlich vorbei, um zu fragen, wie es mir geht. Besser. Drei Kilo habe ich in den drei schlimmen Tagen verloren und so fuehle ich mich auch. Total ausgelaugt. Kleine Anstrengungen kommen mir im Moment noch so vor, wie sportliche Hoechstleistungen. Aber es wird besser. Meine Landlady hat mir Isabgol (Flohsamenschalen) fuer den Darm empfohlen, ich bin gespannt, ob es hilft. Freitag noch ein letztes Mal Antibiotikum, dann sollte alles ueberstanden sein. Und auch wenn es verlockend klingen mag, drei Kilo in drei Tagen, empfehlen kann ich es nicht!



5 comments
Dann noch gute Besserung!
Ohne hier klugscheißen zu wollen, versteh ich nicht, warum du nicht einfach zum Arzt gegangen bist. Du wohnst doch gleich um die Ecke vom Lilavati und einen Fahrer hast du auch noch. Mit einer Spritze bist du im Nu wieder fit, kriegst das Fieber innerhalb von Minuten runter, kannst die Tests durchführen lassen, die der Arzt sehen will und hast – so lange die Spritze noch wirkt – genug Zeit, wieder ins Bett zu krabbeln. Ich finde es immer unverantwortlich, sich selbst mit Antibiotika zu versorgen. Du weißt doch gar nicht, ob du die richtige Kultur und Dosierung erwischt hast?
Na ja, wie gesagt: Gute Besserung.
uiuiui…gute besserung!
doch…weiß er, dank mir;)
Hoffentlich befindest Du Dich weiterhin auf dem Weg der Besserung, das wuensche ich Dir jedenfalls ganz dolle aus Bangalore.
LG
Kerstin
bist du noch da??
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