Urlaub in der Heimat
Ich weiss, es war etwas ruhig hier die letzten Tage und Wochen. Allerdings habe ich eine gute Ausrede: Ich war nicht hier. Vom 21. Mai bis 8. Juni weilte ich in Deutschland. Der Urlaub begann unentspannt, Schuld war der Flughafen Bruessels, wo ich umsteigen musste. Meine Umsteigezeit war mit genau einer Stunde reichlich knapp bemessen und an den Sicherheitskontrollen staute es sich soweit, dass die Leute bis zu den Laufbaendern standen. Die Aermsten, die dort warten mussten, mussten die ganze Zeit rueckwaerts gehen, um nicht auf die vor ihnen Stehenden aufzulaufen. Einige ganz Schlaue gingen dann auch auf die Laufbaender der Gegenrichtung, dort musste man immerhin “nur” vorwaerts marschieren. Ein Glueck durfte ich in die Priority Lane und schaffte es somit gerade noch rechtzeitig und ordentlich durchgeschwitzt zu meinem Weiterflug nach Hamburg. Allerdings nicht, ohne vorher noch kurz einen nachdenklich stimmenden Frage von einem Herren der Flughafensicherheit gestellt zu bekommen. Waehrend ich meine Schuhe auszog, um sie durchleuchten zu lassen, fragte er mich, ob ich in die Heimat fliegen wuerde, oder ob es in den Urlaub ginge. Wie sollte ich diese Frage richtig beantworten? Ich denke, ein “in den Urlaub in die Heimat”, waere am passensten gewesen.
In Hamburg angekommen fehlte mein Gepaeck. Zwei grosse Koffer. Beide eingecheckt als Priority Luggage. SN Brussels Air sollte an diesem Tag auch keinen weiteren Flug mehr nach Hamburg haben, ich musste aber am Freitag schon weiter nach Bielefeld und war auf mein Gepaeck daher dringend angewiesen. Ich war also alles andere als hellauf begeistert, als ich den Flughafen verlies.
Meine Laune besserte sich dann allerdings schlagartig. Sarah holte mich am Flughafen ab. Eine tolle Ueberraschung, die ich zwar erhofft, mit der ich aber kaum mehr gerechnet hatte. Wie ich dann recht bald herausfand, hatte es eine recht umfassende Verschwoerung gegeben, um diese Ueberraschung moeglich zu machen… Den Tag verbrachten wir dann mit vielen meiner Freunde beim Benefiz-Fussballspiel der St. Pauli Allstarts gegen die Kicker des UKEs. Als wir abends Heim kamen, war auch mein Gepaeck eingetroffen. Ein Glueck, der Urlaub war gerettet.
Das Wochenende verbrachte ich dann in Bielefeld bei der MDV 2009, der National Convention der Deutschen Lions- und Leo-Clubs. Das war eine tolle Einleitung in meinen Deutschland Urlaub, auf einen Schlag habe ich so gleich wieder viele alte Bekannte treffen koennen. Als ich dann Sonntag, nach diesem super lustigen, extrem alkoholhaltigen MDV-Wochenende (Stichwort Sonntags-Fruehstueck im Biergarten – “Man geht ja auch nicht zu Starbucks und bestellt sich dort ein Bier, warum also bitte Kaffee im Biergarten?”) in Wolfsburg wieder aus dem ICE fiel, war ich sogar ein klein wenig froh, dass der Vfl tagszuvor Deutscher Fussballmeister geworden ist. So war wenigstens nicht nur ich verkatert und k.o…
Es folgte eine tolle Woche bei Sarah in Gifhorn, mit Ausfluegen in die umliegenden Staedte Wolfsburg und Braunschweig und vielen tollen Erlebnissen. Unter anderem liessen wir uns bei einem Fotografen professionell ablichten, ich durfte eine Gelaendefahrt mit einem Touareg machen, wir nahmen an der VW-Werkstour teil, besuchten ein Konzert von David Garrett in Braunschweig und ich hatte Gelegenheit, Sarahs Freunde und Familie kennenzulernen.
Am Sonntag ging es dann mit Sack und Pack weiter nach Hamburg, wo wir fuer die naechste Woche eine wunderschoene, moeblierte Wohnung gemietet hatten. Diese lag direkt am Schanzenpark, also fuer jede Art von Unternehmung super zentral. Die naechsten Tage verbrachten wir also intensiv mit Shopping, Erkundung meiner alten Heimat und viel Feierei mit meinen Freunden und meiner Familie.
Am Montag stand dann am Flughafen mal wieder grosser Verabschiedung an, fuer mich ging es nach 2 1/2 wirklich tollen Wochen wieder zurueck nach Bombay.
Der Flug in der Business Class von Jet Airways, ein Traum. Wuerde ich jederzeit wieder anderen Fluglinien auf dieser Route vorziehen. Zurueck in Bombay erlebte ich dann am Flughafen in der ersten 15 Minute auch gleich wieder genug, um direkt wieder ins Flugzeug zu steigen und zurueck nach Deutschland zu fliegen. Aber das ist eine andere Geschichte…



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