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Back to Bombay

“15 Minuten in Bombay und schon wieder genug erlebt, um zurueck zu fliegen und allen davon zu berichten.” Unter diesem Motto stand wohl meine diesmalige Ankunft. Eine Reise nach Bombay ist ja eh irgendwie immer speziell. Das faengt schon beim Flug an, wenn ploetzlich die Stewardessen durch den Gang stuermen und irgendwelche Chemikalien verspruehen. Daran habe ich mich mittlerweile schon gewoehnt. Doch dieses Mal sollte es dann noch munter weiter gehen…

Dieses Mal gab es naemlich wieder etwas Neues zu entdecken. Es nannte sich “Swine Flu Screening”. Zunaechst hatte jeder Passagier an Bord eine Karte auszufuellen. Da galt es Kreuzchen zu setzen: War man kuerzlich in den USA oder Mexiko? Ist man erkaeltet? Hat man Fieber? Ich frage mich, welcher Idiot dort “Ja” ankreuzen wuerde. Egal, das Ausfuellen war schnell erledigt.

Ausnahmsweise landeten wir dieses Mal in Bombay zu frueh. Bisher kannte ich hier eigentlich immer nur Verspaetungen. Dieses Mal waren wir halt 20 Minuten eher da. Ich war erfreut. Meine Euphorie verflog allerdings schon kurz nach Verlassen der Maschine wieder. Bisher kannte ich es so, dass man nach dem Aussteigen einen Gang entlang marschiert, dann eine Treppe runter und dort sollte man sich dann fuer die “Immigration” anstellen. Jetzt began die Schlange allerdings schon vor der Treppe oben und lies nichts Gutes erahnen.

Recht schnell stellte sich heraus: Das “Swine Flu Screening” war Schuld. Vor der eigentlichen Immigration mussten sich alle Ankoemmlinge nochmals anstellen. An diesen Schaltern warteten Menschen mit Schutzmasken, um die von uns im Flieger ausgefuellten Frageboegen mit einem Stempel zu verziehren. Alles in allem ging dies schneller, als ich gedacht haette.

Weiter ging es zur eigentlichen “Immigration”. Da ich dieses Mal per Business Class unterwegs war, konnte ich mich an einem Extra-Schalter anstellen, wo es zuegig voran ging. Ratz fatz war ich durch und hatte einen weiteren Einreise-Stempel in meinem Pass.

Nun war ich einer der ersten aus unserer Maschine, der am Gepaeckband ankam und, welch Wunder, meine beiden Koffer drehten dort schon munter ihre Runden. Ich war begeistert. Allerdings lies auch dieses positive Gefuehl schnell wieder nacht. Ich war einer der ersten aus unserer Maschine, der den Flughafen verlassen wollte und anscheinend waren die Zoellner gelangweilt. Ich sollte also meine Koffer durchleuchten lassen. Ein Trolley Handgepaeck und zwei grosse Koffer. Neben den Klamotten vollgepackt mit Suessigkeiten, DVDs, Videospielen, Werkzeugen und und und. Und im Handgepaeck eine neue Wii. Die hatte es den Zoellnern dann auch angetan. Die Frage, was das sei, liess sich fix beantwortet. Dann wollten sie wissen, wieviel es gekostet habe. Ich log und sagte, ich haette sie geschenkt bekommen, Neupreis sei etwa EUR 150. Der Zoellner wollte frech Rs. 13.000 Zoll von mir. Und er begann schon, sich fuer die anderen Koffer zu interessieren. Rs. 13.000 hatte ich nicht bei mir und wollte ich auch nicht zahlen. Jetzt wollte er wissen, wieviel ich denn zahlen koenne. Ich fingerte in meiner Tasche und liess dabei noch einige Scheine aus der Geldboerse gleiten. Als ich sie rauszog, steckten noch EUR 50 und Rs. 1.500 drin. Der alte Gierlappen wollte die 50 Euro und dazu noch 1.000 Rupien und ich wollte nur noch weg, ohne dass die meine anderen Koffer durchwuehlten und war daher einverstanden. Meinen Pass und mein Resident Permit hatten mir die Zoellner ohnehin schon weggenommen, nun musste ich einem von ihnen in eine kleine Abstellkammer folgen. Mein Gepaeck sollte ich draussen lassen. Ich war nicht erfreut. Streubte mich. Er sagte, ich solle mir keine Sorgen machen, er sei ja hier. Ich sagte, das sei ja schoen, aber wir beide sind in einer Abstellkammer, mein Gepaeck aber steht draussen. Ich gab ihm das Geld. Er erblickte auch noch meine letzten 500 Rupien und fragte, was denn mit ihm sei. Leise vor mich hin fluchend, gab ich ihm auch noch den letzten Schein.

Ich bekam meine Dokumente zurueck, plus das Zettelchen, dass ich nichts zu verzollen haette und durfte endlich Richtung Ausgang schlendern, wo Lucas, mein Fahrer schon auf mich wartete. Alles in allem war ich mit einem blauen Auge davon gekommen. Haetten die meine Koffer durchwuehlt, waere es schlimmer geworden. Die Suessigkeiten waeren vermutlich weg gewesen, Schokolade ist aus Milch und die Einfuhr von Milchprodukten ist verboten. Und wenn die Zoellner entscheiden, dass auch Kuh in Gummibaerchen steckt, dann ist das so. Ganz zu schweigen von dem zu zahlenden Zoll auf DVDs, Videospiele, Equipment fuer die Wii, Werkzeuge usw. Wirklich aergern musste ich mich ueber die Strafzahlung also zum Glueck nicht. Eher schmunzeln, denn in anderen Laendern waere man nicht so leicht davon gekommen.

Waehrend ich also im Folgenden darauf warten durfte, dass Lucas den Wagen vorfaehrt, wurde ich gleich Zeuge des naechsten Highlights. Wie aus dem Nichts fing eine Frau ploetzlich an, lauthals einen der Fahrzeuge einweisenden Sicherheitsmaenner zu peboebeln. Dieser meckerte zurueck, was den Ehemann der Frau auf den Plan lief. Nun langte der Ehemann dem Sicherheitsmann eine. Dies fuehrte dazu, dass aus allen Richtungen Sicherheitsleute angelaufen kamen und auf den Ehemann einschlugen. Die Gewaltspirale drehte sich munter weiter, denn jetzt fingen die umstehenden, unbeteiligten Maenner an, die Sicherheitsleute zu verhauen. Als kurz darauf die Polizei eintraf, war der Spuk auch schon wieder vorrueber. Lucas war mit dem klimatisierten Wagen da und fuer mich ging es ab in meine Wohnung in der momentan wohl groessten Freiluft-Irrenanstalt der Welt

Dieser Berg Suessigkeiten hilft, es ertraeglich zu machen :-)

Suesses, Suesses, Suesses!!!

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2 comments

1 Sarah { 06.15.09 at 23:14 }

Daumen ;) besser gehts echt nicht!

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2 Janine Neumann { 06.16.09 at 08:55 }

Großartig geschrieben, echt der Brüller ;-)

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