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Lebenserwartung

Heute blieb mir doch auf dem morgentlichen Weg zur Arbeit glatt der Muesliriegel im Halse stecken, als ich auf die Titelseite der Times of India blickte. Ein Artikel dort behandelte die Lebenserwartung der Einwohner Bombays. Und diese empfinde ich doch als erstaunlich niedrig.

Laut CIA World Fact Book liegt Indien mit einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 69,89 Jahren recht abgeschlafen auf Platz 145. Zum Vergleich, Deutschland liegt mit im Durchschnitt 79,26 Jahren auf Platz 32. Nun schreibt aber die Times of India, dass die Lebenserwartung neuesten Untersuchungen zu Folge in Indien im Durchschnitt bei nur 63,7 Jahren liegt. Diesen Wert finde ich schon besorgniserregend. Im Folgenden geht der Artikel dann aber explizit auf Mumbai ein und hier betraegt die durchschnittliche Lebenserwartung fuer einen Mann lediglich 52,6 und fuer eine Frau 58,1 Jahre.

Dass das Leben hier ungesund ist, habe ich ja schon laenger geahnt, dass sich dies aber auch so deutlich in die Statistiken durchschlaegt ist dann doch beeindruckend. So plagen einen hier schliesslich nicht nur Schimmel und Abgase, sondern gerade auf die Inder aus einfacheren Verhaeltnissen warten noch ganz andere Gefahren im Alltag. Beeindruckend z.B. die Zahl der Toten im oeffentlichen Nahverkehr. 4.000 Tote im Jahr auf dem Netz der Vorortzuege, da wuerde sich die Hochbahn in Hamburg aber langsam schon Mal Gedanken machen… Dazu die Verkehrstoten auf den Strassen. Vorallem nachts kommt es haeufig zu unschoenen Szenen, wenn Alkohol im Blut ist und die Fahrer uebermuedet sind… Anschnallen ist dazu fuer die meisten ein Fremdwort und auf Airbags wird hier in vielen Fahrzeugen verzichtet. Und wenn man dann mal gerade nicht schnell fahren kann, weil Stau herrscht, so kommt z.B. im Falle eines Herzinfarkts der Krankenwagen mit Sicherheit zu spaet. Dazu die Arbeitsbedingungen, mit denen viele Inder taeglich zu kaempfen haben. Sicherheitsvorschriften, wie man sie aus Deutschland gewohnt sind, werden, sofern es sie hier ueberhaupt gibt, kaum in die Tat umgesetzt. Ich kann immer gar nicht hingucken, wenn jemand draussen vorm Buero am Bambusgeruest herumturnt, ohne Sicherung…

52,6 Jahre fuer einen Mann, ganz schoen bitter, da haette ich schon mehr als die Haelfte meines Lebens hinter mir. Keine schoene Vorstellung!

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4 comments

1 Bernd { 11.04.09 at 10:20 }

Apropos Krankenwagen, es ist doch immer wieder erstaunlich das es Menschen gib die die Fahrt im Krankenwagen ueberhaupt ueberleben. Habe schon oft gedacht wie sich wohl ein paar Knochenbrueche in einem Fahrzeug mit veralteten Blattfedern auf einer Schlaglochpiste anfuehlen. An eine verletze Wirbelsaeule will ich da gar nicht denken.

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2 Tami { 11.11.09 at 16:37 }

Hast schon mal reingeschaut in die Krankenwaegen? also ein Klappbett haette da sicher mehr Federung, das stimmt lach

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3 Jessi { 11.13.09 at 21:36 }

Das ist in Chile nicht anders. Sicherheitsgurt ist hier auch Fremdwort. Jedes mal wo ich in ein Fahrzeug steige denke ich: “und so werde ich sterben”

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4 Alina { 11.22.09 at 21:40 }

Hi Benny,

also ich finde das Alter auch ganz schön erschreckend. Doch bei dem Satz über die Hamburger Hochbahn konnte ich mir ein Lachen nicht verkneifen. Gedanken machen würde sie sich allerdings!

PS: Kann man sich hier eigentlich irgendwo eintragen, dass man eine Mail bekommt, wenn du was Neues geschrieben hast? Vielleicht hab ich die “Klüsen” auch nicht weit genug aufgemacht und es übersehen.

LG aus Hamburg,
Alina

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