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Lebensqualitaet

Zur Zeit geschehen hier in Bombay unglaubliche Dinge. Dinge, von denen ich vor einem halben Jahr nicht Mal zu traeumen gewagt haette.

Bisleri Fizzy Soda

1. Es gibt ein neues, geniessbares Sprudelwasser:

Vor zwei Wochen: Ich kroch nach der Arbeit mal wieder durch den reichlich zaeh dahin fliessenden Verkehr zurueck nach Bandra, als ich aus dem Augenwinkel einen Lieferwagen von Bisleri wahrnahm. Bisleri ist hier einer der grossen Mineralwasser-Hersteller. Auf diesem Wagen wurde ein neues Produkt beworben: Bisleri Fizzy Soda. Neugierig geworden hielt ich auf dem Rueckweg am Pali Market und kaufte mir testweise eine Flasche. Unglaublich. Kalt schmeckt dieses Soda tatsaechlich wie ein Mineralwasser mit Kohlensaeure. Genial! Vorbei die Zeiten, in denen Fruchtsaefte mit Wasser gemischt werden musste, welches nach eingeschlafenen Fuessen schmeckte. Fruchtsaefte gibt es hier ohnehin schon gute, endlich aber kann man sich auch wieder leckere Fruchtschorlen zubereiten, ohne einen Kleinkredit fuer importiertes Perriere-Sprudel-Wasser aufnehmen zu muessen!

Festmahl

2. Ich habe einen Laden fuer Grillkohle und eine Schlachterei gefunden:

Diesen Samstag wollten wir eigentlich ins Theater. Dieses hatte aber auf Grund der Schweinegrippe leider geschlossen, ein Alternativ-Programm musste her. Erst kuerzlich hatte ich einen Laden gefunden, wo man Grillkohle kaufen kann, also lud ich kurzerhand zum BBQ ein. Es wurde ein Festmahl. Wir hatten unter anderem selbstgemachten Kartoffelsalat, Ofenkartoffeln mit Sour Creme (!), Krautsalat und fuer den Grill nicht nur Huehnchen, Lamm und Garnelen, sondern sogar richtiges Schweinefleisch. Das Fleisch war koestlich, der Schlachter am Pali Market wird ab jetzt sicher haeufiger besucht (oder zwecks Home-Delivery angerufen) werden…

Anschliessend folgte direkt aus Frankreich eingeflogener Saint Nectaire Fermier Kaese mit Baquette und als Nachtisch dann noch Mouse o Chocolat und Obstsalat. Dies alles genossen wir bei dem ein oder anderen Glaeschen Rotwein auf der Terasse. Ein unglaublicher Schmaus, da konnte man glatt vergessen, dass man hier in Bombay sitzt.

Natures Basket

3. Ein richtiger Supermarkt in Fussreichweite

An der Hillroad, quasi bei mir vor der Tuer, hat heute ein neuer Supermarkt aufgemacht. Natures Basket. GENIAL! Dort gibt es alles, was das (europaeische) Herz begehrt. Unmengen an Koestlichkeiten. Neben Obst und Gemuese gibt e seine Kaesetheke und eine Fleisch- und Aufschnitt-Abteilung und ganz viele importiere Lebensmittel aus allen moeglichen Ecken der Welt. Ich habe heute erstmal nur eine Dose Thunfisch, Wiener-Wuerstchen, Truthahn-Brust, eine Packung Instant-Nudeln, Brot und Knabberkram gekauft. Diesem Laden werde ich ab jetzt sicher oefter einen Besuch abstatten.

Eigentlich alles Kleinigkeiten, aber sie machen das Leben hier doch deutlich angenehmer.

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August 17, 2009   3 Comments

Punktsieg

Wie es aussieht, habe ich einen wichtigen Punktsieg im Kampf gegen den Schimmel errungen. Seit ich vor zwei Wochen meinen Schlachtplan ausgearbeitet und massiv mit Produkten aus dem Hause DampRid aufgeruestet habe, hat der Schimmel nicht nur den Rueckzug angetreten, nein, er hat sich seither nicht mehr in meine Wohnung gewagt.

Das ganze hat natuerlich seinen Preis. Die DampRid Produkte sind nicht gerade guenstig. Und sie halten hier in Bombay, zu dem so nahe am Meer, wie ich wohne, nicht sonderlich lang. Im Kleiderschrank musste ich bereits den ersten Lufttrockner auswechseln. Nicht ganz zwei Wochen hat er gehalten. Im Gaestezimmer steht ein groesseres Teil. Dieses scheint wohl noch eine Woche durchzuhalten, also auf drei Wochen zu kommen.

Alles in allem bin ich aber beruhigt. Man scheint dem Schimmel nicht voellig ausgeliefert zu sein. Das ist insofern gut zu wissen, als dass man ja eventuell auch mal waehrend des Monsuns fuer ein paar Wochen nach Europa in den Urlaub fahren koennte. Dieser waere vermutlich weniger entspannend, wenn man staendig von Albtraeumen geplagt aufschreckt, die Wohnung daheim, zugewachsen vor lauter Schimmelpilzen… Das muss aber nicht sein. Ordentliche Ventilation, strategisch verteilte DampRid Produkte und ein elektrischer Luftentfeuchter, der regelmaessig geleert wird (oder dessen Abwasserschlauch man einfach ins Bad legt) und man hat einige Sorgen weniger…

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August 10, 2009   No Comments

Aufgeruestet

Indien hat aufgeruestet. Der neue Stolz der indischen Marine heisst INS Arihant und es handelt sich dabei um ein 6.000 Tonnen schweres nuklear betriebenes U-Boot. Bis zu 12 mit Atomkoepfen bestueckte Raketen kann das Boot an Bord nehmen. Gekostet hat der Spass schlappe 2.9 Milliarden USD. Eine grossartige Investition. Wen interessiert schon fliessendes Wasser und unterbrechungsfreie Elektrizitaet, gescheite Internetanbindung, ein vernuenftig ausgebautes oeffentliches Nahverkehrsnetz und andere Nebensaechlichkeiten, wenn man ein Atom-U-Boot haben kann…

Ich habe auch aufgeruestet.

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Juli 28, 2009   3 Comments

Schimmelreiter

Im Moment habe ich so eine Phase, wo ich Bombay echt Scheisse finde. Vieles spielt da mit rein. Zum einen die Inder an sich mit ihren staendigen Versuchen, einen zu Bescheissen. Die ersten Monate konnte ich das irgendwie noch als “Folklore” einordnen, im Moment nervt es mich. Dazu die Arbeitseinstellung und offensichtliche Unfaehigkeit vieler. Das faengt an, bei einer tropfenden Klimaanlage, die nun nach inzwischen schon zwei Besuchen eines Technikers noch immer nicht wieder trocken ist. Das geht dann nahtlos weiter zu meinem Schlafzimmer-Fernseher, der hier seinen Geist aufgegeben hat und dessen Reparatur sich immer und immer wieder verzoegert hat, weil angeblich irgendwelche Teile nicht zu haben waren. Bescheid sagen konnte man uns dabei aber nie… Weiter geht es nun mit meinem PC, der leider auch seinen Geist aufgegeben hat. Inzwischen war auch dafuer der Techniker zweimal hier, aber wirklich organisiert geht er nicht vor. So hat er nun zwar die Grafikkarte in meinem PC ausgetauscht, aber will meine eigene Karte erst in ein paar Tagen in seinem Labor auf Funktionsfaehigkeit testen. Warum nicht schon jetzt, waehrend ich mit seiner Teste, ob mein Rechner funktioniert? Bleibt sein Geheimnis… Dazu ist Sarah nun nach einer schoenen gemeinsamen Zeit wieder abgereist, was nicht unbedingt positiv zum Wohlbefinden beitraegt.

Den groessten Beitrag zu meiner momentanen Bombay-Krise ist allerdings dem Schimmel verschuldet.

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Juli 26, 2009   No Comments

Bandra Worli Sealink

Man glaubt es kaum, aber der Bandra Worli Sealink ist eroeffnet. Am Dienstag fand die offizielle Zeremonie statt, Ehrengast war Sonia Ghandi und entsprechend fand die offizielle Feier mit grossem Tara und riesigem Feuerwerk statt. 10 Jahre nach der Grundsteinlegung und 400 Millionen USD spaeter, ist sie nun also fertig. Ein Mann allerdings war empoert. Der olle Bal Thackeray beschwerte sich bitterlich, dass nicht er, sondern die Sonia Ghandi die Bruecke einweihen durfte. Wenn es nach mir ginge, haette man dem greisen Shiv Sena (kann man nicht umsonst mit “SS” abkuerzen) Fuehrer vll. damit einen Gefallen tun koennen, ihn am Baukran, der noch immer ueber der Bruecke trohnt, aufzuhaengen. Aber das ist eine andere Geschichte.

Seit Mittwoch ist die Bruecke nun jedenfalls fuer jedermann offen. Und bis Sonntag auch noch kostenlos, auf das ein jeder sie ausprobieren moege.

Wie so oft sind die gemachten Versprechungen gross. Wenn man nun die Bruecke nutzt, soll einem das zum Vergleich mit der alten Strecke, die von ueber 20 Ampeln geziert wird, mindestens eine halbe, ja anderen Quellen nach sogar eine ganze Stunde Zeitersparnis einbringen.

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Juli 3, 2009   No Comments

Selbstverstaendlichkeiten

Dem ein oder anderen mag es sauer aufstossen. “Da sitzt der Benjamin im fernen Mumbai, laesst sich am Wochenende die Sonne auf den Pelz scheinen. Die laestige Hausarbeit erledigt Tag fuer Tag eine Maid gewissenhaft und ordentlich fuer wenig Geld und herumfahren laesst er sich von einem Fahrer, der auch noch fuer ihn einkauft und andere Besorgungen erledigt, auf die er gerade keine Lust hat. Und dann stellt der Benjamin sich hin und schreibt, in Deutschland wird gemeckert.” Wieder andere werden sagen, in Deutschland wird doch gar nicht gemeckert. So gesehen in dem Blog einer Freundin, die sich ebenfalls ueber das typisch Deutsche Gejammer auf hohem Niveau beschwerte.
Vermutlich wird es in Deutschland von vielen einfach schon gar nicht mehr wahrgenommen. Es ist halt selbstverstaendlich. Man tut es und denkt sich nichts dabei.
Ebenso, wie man in Deutschland im Sommer den Wasserhahn zu jeder Tageszeit aufdrehen kann und es kommt auch Wasser heraus. Dabei denkt man sich auch nichts. Man macht es einfach, es ist selbstverstaendlich.

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April 6, 2009   No Comments

Ein halbes Jahr

Unglaublich, aber wahr. Ich bin nun schon seit einem halben Jahr in Bombay. Die Zeit, sie rennt. Ein halbes Jahr… Zeit fuer ein Resumee. In meinem ersten halben Jahr in Bombay habe ich unglaublich viele neue Erfahrungen gesammelt und viel gelernt. Unter den gesammelten Erfahrungen waren auch sehr intensive, sowohl im positiven, wie auch im negativen Sinne.
Die wohl krasseste Erfahrung im letzten halben Jahr waren ganz klar die Terroranschlaege vom 26. November. So hautnah dabei zu sein, das praegt. Auch wenn ich rein koerperlich schon lange wieder voll hergestellt bin, so laesst einen das Erlebte doch nicht los. Aber so verrueckt es vielleicht auch klingen mag, irgendwie bin ich auch dankbar fuer diese Erfahrung. Mit Mitte (Ende) Zwanzig, fuehlt man sich ja irgendwie doch noch reichlich unverwundbar. Mit solch einer extremen Erfahrung lebt man nun doch viel bewusster. Stichwort carpe diem, nutzen den Tag. Jeder Tag koennte der letzte sein. Fuer viele nur eine Floskel, wenn aber erstmal neben dem eigenen Abendessen eine Handgranate explodiert ist und aus Sturmgewehren auf einen gefeuert wurde, schaut das doch etwas anders aus.
Wie ihr wisst, bin ich immernoch in Bombay, das heisst, die negative Erfahrungen koennen nicht wirklich ueberwiegen. Ganz im Gegenteil. Ich habe mich in diese Stadt verliebt. Und nicht nur dass, ich habe mich auch in dieser Stadt verliebt. Schon im Oktober letzten Jahres habe in meinem Hotel, wo ich zu Beginn gewohnt habe, meine Freundin Sarah kennengelernt. Sie war dort damals auch zu Gast. Seit Silvester sind wir ein Paar und zur Zeit verbringen wir vier gemeinsame Wochen hier in Bombay, im Mai sehen wir uns dann in Deutschland wieder.
Auch sonst weiss das Leben in Bombay zu gefallen. Im Vergleich zu Deutschland herrscht hier in allen Lebenslagen ein unglaubliches Chaos. Aber trotzdem funktioniert es alles irgendwie. Gerade mir als freiheitsliebendem Individuum kommt dies sehr entgegen, ging mir Deutschland mit all seinen Regeln, seinen vielen rechthaberischen und grummeligen Einwohnern (dieses Blockwart und Gartennazi-Gen scheint leider in vielen noch zu schlummern) doch am Ende reichlich auf den Keks.
Dazu wartet das Leben als Expat in einer Stadt wie Bombay natuerlich auch mit allerhand Annehmlichkeiten auf. Eine Maid, die sich um den Haushalt kuemmert, Waesche waescht und Geschirr spuelt und ein Fahrer, der einen sicher im klimatisierten Wagen von A nach B und wieder zurueck bringt und der fuer einen alle moeglichen Besorgungen erledigt, da muss man schon arg aufpassen, dass man sich nicht zu sehr dran gewoehnt und es am Ende eben nicht als selbstverstaendlich sieht.
Auch vereinsamen tut man in Bombay nicht (eh schwierig, bei so vielen Menschen auf so wenig Flaeche). Allerdings ist es mit den Freundschaften hier so eine Sache. Ich bin einfach einer der juengsten Expats in dieser Stadt. Die meisten anderen Angestellten auslaendischer Unternehmen, die fuer mehrere Jahre hier gebunden sind, sind doch schon deutlich aelter. In meinem Alter finden sich hier viele Trainess, die in der Regel maximal ein halbes Jahr hier sind um ein Praktikum zu absolvieren. So kam es, dass im Maerz gerade quasi ein kompletter Schichtwechsel vollzogen wurde. Alle Deutschen Freunde, die ich bisher hier kennengelernt hatte, zog es zwischen Ende Februar und Ende Maerz wieder nach Deutschland zurueck. Nur ich blieb hier. Einerseits irgendwie gewoehnungsbeduerftig und traurig, nachdem man soviel Zeit miteinander verbracht hat, andererseits lernt man aber auch schnell neue, interessante Leute kennen. Langeweile kommt keine auf.
Die richtigen Herausforderungen kommen aber erst noch. Bisher, Oktober bis April, habe ich ja die eher angenehmen Seiten Mumbais kennengelernt. Ab Mitte April muss ich dann nicht nur mit Sarahs Abreise klarkommen, sondern auch mit taeglich steigenden Temperaturen und dann spaeter mit dem Monsun. Nach all dem, was ich hier bisher allerdings schon er- und ueberlebt habe, bin ich recht zuversichtlich auch das alles irgendwie zu ueberstehen :)

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April 3, 2009   3 Comments

SORRY

Ich lebe noch! Ja, ich lebe wirklich noch. Auch, wenn ich ewig nichts mehr von mir habe hoeren lassen. Aber seit ich zurueck in Mumbai bin, habe ich irgendwie staendig was um die Ohren. Ich hatte die letzte Zeit einfach nicht die Ruhe, einen neuen Beitrag zu verfassen.

Grosse Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Am 01. Februar, meinem Geburtstag, treffen meine Eltern und meine Schwester ein. Die Bande wird bei mir wohnen, bis dahin muss meine Wohnung also fertig sein. Ich musste also das zweite Schlafzimmer noch einrichten, das Wohnzimmer und das zweite Schlafzimmer mit Gardinen bestuecken lassen, damit man dort auch schlafen kann und nebenbei waren noch einige handwerkliche Aufgaben in der Wohnung zu loesen. So musste der Balkon am 2. Schlafzimmer noch mit einem Gitter gesichert werden, denn ein kniehohes Gelaender im 9. Stock ist vll nicht unbedingt das, was man unter sicher versteht. Dazu spinnt jetzt auch noch eine der Toilettenspuehlungen, ein Besuch des Klempners steht noch aus.
Ausserdem wollen die Balkone auch noch moebliert werden…

Viel wichtiger als all das ist im Moment aber das Vorankommen mit dem Office. Leider dauert hier in Indien alles ewig. Inzwischen sind wenigstens die vertraglichen Dinge erledigt. Jetzt kann es an die Innenausstattung gehen. Auch da schwant mir schon Boeses…
Mit dem Auto geht es auch langsam aber sicher voran. Wie es aussieht, wird der Wagen ab Mittwoch vor meiner Tuer stehen. Einen Fahrer habe ich auch schon an der Angel, langsam aber sicher nimmt hier also alles Form an.

Ein detaillierter Beitrag ueber das Abenteuer “Moebelkauf in Mumbai” folgt in Kuerze.

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Januar 22, 2009   No Comments

Nix Neues

Warum ist es hier so ruhig? Warum passiert hier nix? Warum schreibt Benny nicht mehr? Die Antwort ist ganz einfach: Ich erlebe im Moment so gut wie nichts. Mein Fuss schmerzt nach wie vor, wann immer ich ihn belaste. Dadurch bin ich in meiner Mobilitaet doch ein wenig eingeschraenkt. Ich habe die ganze Woche eigentlich nur so vor mich hin gelebt und habe versucht, moeglichst wenig Schritte zu tun. Hat soweit auch ganz gut geklappt, nervt aber.

Ein paar Mal war ich somit doch vor der Tuer. Dienstag war ich zu einer Dinnerparty bei meiner Landlady eingeladen. Ich glaube, ich habe auch da einen echten Glueckstreffer gelandet. Diese Leute sind so nett, das ist schon fast unheimlich. Die Dinner-Party war sehr schoen. Es waren ganz viele Freunde meiner Landlady da, die Leute sind alle Mitte 50, aber auch ein paar Freunde ihrer Tochter. Die Familie ist zwar eigentlich muslimisch, es gab aber dennoch Alkohol im Ueberfluss und koestliches indisches Essen. Ein wirklich gelungener Abend. Zum Glueck war ich auf der Party nicht der einzige, der die Terroranschlaege am eigenen Leib erfahren hat. Es war auch eine Dame dort, die waehrend der Anschlage im Taj war. Somit wurde wenigstens nicht nur ich geloechert.

Heute war ich ein letztes Mal mittags bei weit ueber 30 Grad draussen unterwegs, habe schoen unter Palmen lecker Kingprawns gegessen und einen Mojito getrunken. Kaum zu glauben, dass ich in 24 Stunden schon in der Kaelte Deutschlands sein werde.

Mein Koffer ist gepackt, Handgepaeck steht parat, ein Schluessel ist bei meinen Nachbarn, damit meine Maid in meiner Abwesendheit sauber machen kann. Es kann also losgehen. Nachher kommen noch ein paar Freunde zu einer kleinen “Benji goes on holidays” party und dann geht es irgendwann kurz nach 23 Uhr zum Flughafen und ab in Richtung alter Heimat.

Also, das war es erstmal aus Mumbai. Der naechste Eintrag folgt dann, wenn alles glatt geht, aus Deutschland.

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Dezember 12, 2008   1 Comment

Unweihnachtlich

Der Alltag hat einen wieder. Und der Alltag hier ist unweihnachtlich. Nikolaus ist vorbei. Der zweite Advent ist fast vorbei. Wuerde man mich aus der Heimat nicht daran erinnern, ich wuerde es schlicht nicht bemerken. Okay, es gibt jetzt hier bei mir um die Ecke an der Hill Road seit einigen Tagen einen Shop, der (furchtbar kitschige) Weihnachtsdeko verkauft und auch sonst sieht man, wenn man durch Mumbai faehrt und konzentriert danach Ausschau haelt, noch einige Geschaefte dieser Art. Das war es aber auch schon.

Das Wetter traegt das seine dazu bei. Weiterhin Sonne pur und tagsueber weit ueber 30 Grad. Samstag haben wir den Tag mal wieder genutzt, um ein wenig Sonne zu tanken. Ab mittags lagen wir also am Pool des Sun ‘n’ Sand Hotels, blickten auf Palmen, Strand und Meer und liessen uns die Sonne auf den nicht vorhandenen Pelz scheinen. Dazu Mojitos, Kingfisher Bier und ab und an eine Runde im Pool. Das Leben kann so schoen sein.

Fuer mich hiess es dann leider bald “dumm gelaufen”. Beim Sprung vom Beckenrand muss der Granatsplitter im Fuss verrutscht sein. Das Resultat waren erneut hoellische Schmerzen im linken Fuss, wie am Abend der Terroranschlaege. Ich bin dann direkt wieder ins Breach Candy Hospital und dort erzaehlte man mir, was ich selbst schon dachte. Der Splitter hat sich durch die abrupte Bewegung verschoben. Das tut nun weh. Wenn es bis Montag nicht besser wird, komme ich hier Dienstag unters Messer. Ich weiss noch nicht, was ich favourisiere, Operation hier am Dienstag oder Zaehne Zusammenbeissen bis zum 19.12., wenn ich in Hamburg im UKE vorstellig werde.

Wenn alles nach Plan laeuft, habe ich ab morgen Sat-TV, dann ist es in der Wohnung wenigstens nicht so langweilig, sollte ich Dienstag operiert werden und dann erstmal gar nicht mehr laufen koennen…

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Dezember 7, 2008   No Comments