Gut gelaufen
Die Operation ist gut gelaufen. Ich war am Mittwoch letzter Woche puenktlich um 6:30 Uhr im Krankenhaus und war auch sofort an der Reihe. Meine OP war angesetzt fuer 8 Uhr. Zunaechst kam ich in ein Ruheraum, musste dort eine Schlaftablette nehmen und dann meine Kleidung gegen eines dieser totschicken Krankenhaus-Engelskostueme tauschen. Mit rueckenfrei und Poblitzer…
Weiter ging es dann in die Narkose. Wobei der Weg dorthin schon spannend war. Im Bett liegend durch ein Krankenhaus gefahren zu werden, da nimmt man die Welt mal aus einer ganz neuen Perspektive wahr. Die zwei Narkose Schwestern waren super nett, eine von denen war auch kuerzlich in Indien gewesen so konnten wir uns noch nett unterhalten, waehrend ich vorbereitet wurde.
Die OP war meine erste unter Vollnarkose und ich muss sagen, es ist wirklich erstaunlich, wie schnell man weg ist. Der Narkose-Arzt sagte noch kurz “es kann sein, dass es gleich in der Hand ein wenig brennt” und dann war ich auch schon weg.
Spaeter kam ich dann im Aufwachraum wieder zu mir, noch angeschlossen an all die Ueberwachungsautomaten. Als ich dann soweit wieder stabil war wurde ich wieder in den Ruheraum verlegt, ein Zimmer fuer zwei, ich war dort allerdings zunaechst alleine. Ein Blick auf die Uhr verriet mir, dass die OP gut zwei Stunden gedauert hat. Zwei Stunden, um eine winzig kleine Schrotkugel aus meinem Fuss zu holen.
Bis 14:30 wollte man mich mindestens noch da behalten, ich ueberbrueckte die Wartezeit mit Musik aus meinem iPod, bis es zu einem weiteren bemerkenswerten Zufall kam. Irgendwann gegen Mittag kam ein Pfleger in mein Zimmer und kuendigte mir an, dass ich gleich einen zweiten Patienten in mein Zimmer bekaeme, der wuerde aber nur Englisch sprechen. Ich entgegnete, dass das kein Problem fuer mich sei und dann staunte ich allerdings nicht schlecht: Mir wurde ein Inder ins Zimmer gerollt. Zufaelle gibts… Wieviele Inder moegen wohl an diesem Morgen in Hamburg operiert worden sein? Und der kommt dann ausgerechnet auf mein Zimmer???
Gegen 15 Uhr kam dann noch einer der Chirurgen, der meiner OP beigewohnt hatte. Er gab mir den Tipp mit auf den Weg, die naechsten Tage am besten nur auf der Hacke aufzutreten und dann durfte ich Heim. Lustiger Kerl, als kaeme mir mit einem Schnitt in der Fusssohle etwas anderes in den Sinn…
Die ersten Tage nach der OP waren doof, gehen ohne Kruecken war ueberhaupt nicht moeglich. Mittlerweile hat sich die Lage verbessert, ich werde nicht mehr von Omas mit ihren Rollators ueberholt und ich bin zuversichtlich, dass wenn nach den Feiertagen die Faeden gezogen werden, ich bald wieder ganz normal laufen kann. Wunderbar!
Dezember 23, 2008 1 Comment
Operation
Seit Samstag bin ich nun in Deutschland zurueck und habe gleich einen ansehnlichen Teil meiner Zeit im Krankenhaus verbracht. Zunaechst war ich Samstag direkt in der Notaufnahme vom AK St. Georg, um die Dinge ins Rollen zu bringen. Wie erwartet, wurde dort nichts gemacht, ich sollte Montag zur Sprechstunde wiederkommen. Dafuer brauchte ich zunaechst aber mal eine Krankenhaus-Einweisung von einem niedergelassenen Arzt. Die war allerdings zum Glueck Montag fix besorgt, so dass ich mich dann wieder auf den Weg nach St. Georg machen konnte. Dort verbrachte ich die meiste Zeit mit Warten. Warten auf die allgemeine Patientenregistrierung, Warten auf den Unfallchirurgen, Warten auf den CT-Scan und noch Mal Warten auf den Unfallchirurgen. Das Ergebnis: Der Splitter im Fuss kommt raus. Operationstermin ist Mittwoch, um 6:30 Uhr soll ich mich im Krankenhaus einfinden. Die OP wird unter Vollnarkose durchgefuehrt, es wird mindestens ein Schnitt in der Fusssohle noetig sein, eher sogar zwei. Angesetzt ist die OP als “ambulant”, es kann aber sein, dass man mich noch dort behalten wird.
Heute war ich dann gleich wieder im AK St. Georg, dieses Mal sollte der Splitter im Gesicht untersucht werden. Zunaechst musste ich aber zum Anaesthesisten. Dort galt es einen Fragebogen fuer die OP am Mittwoch auszufuellen, dann wurde ich noch ueber Risiken und Nebenwirkungen einer Narkose aufgeklaert und anschliessend musste Blut abgenommen werden. Damit war das dann auch erledigt und ich konnte weiter zu den HNO-Aerzten, die mein Gesicht begutachten sollten. Auch dort galt es zunaechst wieder einige Zeit zu warten. Der Splitter im Gesicht wird nicht im Rahmen der OP am Mittwoch rausgenommen. Auch dieser Splitter sitzt sehr kompliziert zwischen Nerven, eine OP wuerde mindestens 2,5 Stunden dauern und man muesste sehr vorsichtig vorgehen, sonst laufe ich nachher nur noch mit einer haengenden Wange herum. Zunaechst muesste aber auch hier ein CT gemacht werden, um den Splitter genau zu lokalisieren. Der Splitter bleibt nun erstmal unter Beobachtung und irgendwann sollte man ihn dann mal rausholen lassen.
Nun bleibt zu hoffen, dass die OP morgen gut verlaeuft, damit ich bald wieder herumhuepfen kann wie ein junges Reh…
Dezember 16, 2008 5 Comments
Unweihnachtlich
Der Alltag hat einen wieder. Und der Alltag hier ist unweihnachtlich. Nikolaus ist vorbei. Der zweite Advent ist fast vorbei. Wuerde man mich aus der Heimat nicht daran erinnern, ich wuerde es schlicht nicht bemerken. Okay, es gibt jetzt hier bei mir um die Ecke an der Hill Road seit einigen Tagen einen Shop, der (furchtbar kitschige) Weihnachtsdeko verkauft und auch sonst sieht man, wenn man durch Mumbai faehrt und konzentriert danach Ausschau haelt, noch einige Geschaefte dieser Art. Das war es aber auch schon.
Das Wetter traegt das seine dazu bei. Weiterhin Sonne pur und tagsueber weit ueber 30 Grad. Samstag haben wir den Tag mal wieder genutzt, um ein wenig Sonne zu tanken. Ab mittags lagen wir also am Pool des Sun ‘n’ Sand Hotels, blickten auf Palmen, Strand und Meer und liessen uns die Sonne auf den nicht vorhandenen Pelz scheinen. Dazu Mojitos, Kingfisher Bier und ab und an eine Runde im Pool. Das Leben kann so schoen sein.
Fuer mich hiess es dann leider bald “dumm gelaufen”. Beim Sprung vom Beckenrand muss der Granatsplitter im Fuss verrutscht sein. Das Resultat waren erneut hoellische Schmerzen im linken Fuss, wie am Abend der Terroranschlaege. Ich bin dann direkt wieder ins Breach Candy Hospital und dort erzaehlte man mir, was ich selbst schon dachte. Der Splitter hat sich durch die abrupte Bewegung verschoben. Das tut nun weh. Wenn es bis Montag nicht besser wird, komme ich hier Dienstag unters Messer. Ich weiss noch nicht, was ich favourisiere, Operation hier am Dienstag oder Zaehne Zusammenbeissen bis zum 19.12., wenn ich in Hamburg im UKE vorstellig werde.
Wenn alles nach Plan laeuft, habe ich ab morgen Sat-TV, dann ist es in der Wohnung wenigstens nicht so langweilig, sollte ich Dienstag operiert werden und dann erstmal gar nicht mehr laufen koennen…
Dezember 7, 2008 No Comments


