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Im Osten nix Neues!

Zuerst: Ja, ich lebe noch. Warum schreibe ich dann nicht? Ganz einfach, es gibt im Moment recht wenig zu berichten. Zur Zeit ist mein Alltag in Bombay recht ereignislos.

Das Wetter macht einem zu schaffen. Tags herrscht eine unglaubliche schwuele Hitze bei fast 40 Grad und auch die Naechte bringen kaum Abkuehlung. Ich versuche daher zur Zeit meine ausserhaeussigen Aktivitaeten soweit es geht einzuschraenken. Tagsueber laufen die Klimaanlagen im Wohnzimmer, so eingestellt, dass sie die Bude zumindest auf 28 Grad runterkuehlen, nachts arbeitet dann die im Schlafzimmer. An meine Stromrechnung moechte ich lieber nicht denken… Ja, ich Weichei… Aber ohne A/C kann ich nun wirklich nicht arbeiten, da verkommt das Hirn dann zu einer blubbernden grauen Masse.

Nach wie vor sitze ich unter der Woche in meinem Home-Office, habe zur Zeit gut zu tun mit einigen neuen Projekten und nebenbei der Fertigstellung des eigentlichen Bueros.

Die Arbeiten dort liegen in den letzten Zuegen. Wie es aussieht, kann ich ab naechster Woche endlich einziehen. Montag werden wir die Moebel aufbauen, dann muss nur noch das Bad fertig werden und schon kann es losgehen, endlich wieder in einem richtigen Buero arbeiten. Ich freue mich schon, zumal das Buero ja gewissermassen wirklich mein Baby ist, habe schliesslich von der Raumaufteilung ueber die Wandfarbe bishin zu den Moebeln alles selbst ausgesucht.

Abwechslung in den grauen Alltag bringt derweil der Deutsche Stammtisch in Mumbai, dessen Organisation ich uebernommen habe. Viel Aufwand ist das zum Glueck nicht, muss nur fuer das mittwoechliche Treffen einen Tisch reservieren und per Email die Einladungen verschicken.
Der Stammtisch trifft sich jede Woche, immer mittwochs um 20:30 Uhr, immer abwechselnd eine Woche im Norden (Bandra / Khar / Juhu), die andere Woche im Sueden (Colaba oder Worli). Die Woche, in der der Stammtisch im Sueden stattfindet, ist auch die Woche, in der das allgemeine Expat Event im Henry Tham’s abgehalten wird, so kann man nach dem Essen dort noch vorbeigucken.
Dazu trifft sich der Stammtisch nun einmal im Monat zu einem Sonntags-Brunch. Heute ging es in’s Four Seasons, ein ganz entspannter Sonntag mit koestlichem Essen (Sushi, Lobster, Crab, Prawns, europaeischem Aufschnitt, Kaese, Raeucherlachs, Pasta, Steacks vom Grill,…) in netter Runde.

Die groesste Neuigkeit ist eigentlich, dass ich eine Loesung fuer das am Wochenende vor der Disco regelmaessig auftretende “Couples Only” Problem gefunden habe. Viele Lokalitaeten hier gestatten abends alleinstehenden Maennern leider nicht, dort zu feiern. Manchmal kommt man als Weisser zwar trotzdem rein, oft kann es allerdings echt aergerlich sein.
Wenn die Freundin in Deutschland wohnt, scheidet die naheliegenste Loesung, mit ihr dort hinzugehen, leider die laengste Zeit des Jahres aus. Die Loesung in Mumbai heisst daher “Friday Club”. Ins Leben gerufen von Malini, Moderatorin von Radio One, ist der Friday Club eine Gruppe junger Menschen, die Freitags gerne mal auf Piste geht. Gegen eine Jahresgebuehr von Rs. 3,000 bekommt man seine Mitgliedskarte und die Einladungen zu den Veranstaltungen. Gefeiert wird immer in den angesagtesten Clubs der Stadt und gegen Vorlage der Karte kommt man ohne Probleme am Tuersteher vorbei. Zudem geniesst man meist noch andere Vorzuege wie freien Eintritt oder Rabatt an der Bar, so dass der die Rs. 3,000 sich schnell wieder ausgezahlt haben. Das ist echt ein neues Stueck Lebensqualitaet, abends nicht mehr mit der Ungewissheit loszusiehen, ob man heute in den Club gelassen wird oder nicht… :)

Mai 3, 2009   5 Comments

Anjuna

Fuer den ersten Teil unseres Goa Urlaubs haben wir Anjuna als unsere ‘Basis’ gewaehlt.
Anjuna ist ein Strand im Norden Goas. Der Legende nach ist es der erste Ort, wo hier in den 60ern die Hippys ankamen. Noch heute leben viele von ihnen in Anjuna und Umgebung.
Ausserdem ist Anjuna beruehmt fuer seinen immer mittwochs stattfindenden Markt, zu dem wir es allerdings nie geschafft haben.
Der Strand in Anjuna ist schoen, aber nicht beeindruckend. Auffaellig sind die vielen Kuehe am Strand, die, wenn man nicht aufpasst, gerne mal ueber das Essen herfallen und ab und an sogar die Rechnung fressen.

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März 5, 2009   2 Comments

Vorweihnachtliches Programm

Die Vorweihnachtszeit in Deutschland, nett ist es. Einige Punkte auf meiner To-Do-List konnte ich auch schon direkt abhaken, trotz meines momentanen Handycaps.

Donnerstag nach meiner Operation wurde es mir irgendwann zu langweilig daheim zu sitzen, also machte ich mich auf zum wunderschoenen Weihnachtsmarkt auf dem Rathausmarkt. Das ist definitiv der schoenste Weihnachtsmarkt hier in Hamburg. Ich habe mich dort mit einigen Freunden getroffen, um ein paar Apfelpunsch zu vernichten, sehr lecker.
Anschliessend gab es noch einen Burger bei Jim Block (endlich wieder Rind!!!) und dann ging es Heim.

Freitag habe ich tagsueber wieder eine ruhige Kugel geschoben, abends stand dann eine inoffizielle Firmenweihnachtsfeier auf dem Programm. Diesmal wurde St. Georg unsicher gemacht.
Anschliessend ging es weiter auf den Kiez, kurzer Kontrollbesuch im “Alt Hamburg”. Walter und Gerd leben noch, allerdings schaut Gerd aus, als haette er ein ernsthafteres Alkoholproblem. Da ist man mal ein paar Wochen nicht dort und dann sowas…
Zum Abschluss hab es Freitag eine koestliche Wurst im Lucullus und dann nutzte ich das erste Mal die Moeglichkeit mit der U-Bahn von St. Pauli bis Garstedt durchfahren zu koennen. Sehr praktisch.

Das Rest-WE verlief eher unspektakulaer.

Montag traf ich mich vormittags mit Axel, meinen Mit-Anschlagsopfer und abends ging es mit der ganzen Family in die Vorpremiere der Buddenbrooks mit anschliessender Diskussionsrunde mit dem Herren Breloer und Koenigstein. Ich muss schon sagen, ich war sehr gespannt, wie wohl die sprachliche Polyphonie des Romans filmisch transportiert werden wuerde. Zumal selten die Funktion von Leitmotiven so durchdacht ins Spiel gebracht wurde, wie von Thomas Mann, den die Authenzitaet des literarischen Textes als naturalistischen Schriftsteller mit kuenstlerischem Wagemut auszeichnet. Oh. Ich sollte aufhoeren, Gluehwein zu trinken!
Ehrlich: Ich hatte weder das Buch gelesen noch das Theaterstueck gesehen. Ja, ich bekenne: Ich bin ein Banause. Den Film fand ich aber trotzdem toll. Vll. fuehlt man sich als Norddeutscher auch einfach irgendwie verbunden mit diesem Stueck, ich finde, es war ein toller Einblick in das gesellschaftliche Leben hier im Norden um die Jahrhundertwende. Eine klare Guck- (oder Kuck-, wie wir hier im Norden sagen) Empfehlung.

Dezember 23, 2008   2 Comments