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	<title>Benny goes Bollywood &#187; Rueckblick</title>
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		<title>Rueckblich und Ausblick</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Dec 2009 12:55:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Beobachtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
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		<description><![CDATA[Schon lange schiebe ich es vor mir her, einen Jahresrueckblick zu schreiben. Am Jahrestag meiner Entsendung weilte ich gerade im Urlaub in Deutschland. Und auch danach habe ich es immer weiter vor mir hergeschoben. Und ehe ich mich versah war auch schon der naechste Jahrestag an der Reihe, der der Anschlaege vom 26. November 2008. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Schon lange schiebe ich es vor mir her, einen Jahresrueckblick zu schreiben. Am Jahrestag meiner Entsendung weilte ich gerade im Urlaub in Deutschland. Und auch danach habe ich es immer weiter vor mir hergeschoben. Und ehe ich mich versah war auch schon der naechste Jahrestag an der Reihe, der der Anschlaege vom 26. November 2008. Ich habe mich schwer getan, da jetzt die passenden Worte zu finden, fuer all das, was ich in der Zeit seit meiner Ankunft in Indien am 01. Oktober 2008 erlebt habe.</p>
<p><span id="more-748"></span>Mumbai ist krass. Es ist heiss. Selbst jetzt im Dezember. Waehrend des Monsuns ist es dazu noch unglaublich schwuel. Alles schimmelt. Es ist laut. Unglaublich laut. So laut, dass ich bei meinem ersten Deutschland-Urlaub im Dezember letzten Jahres in Hamburg dachte, ich sei  taub, als ich morgens erwachte und einfach mal nichts hoerte. Es stinkt. „Man kann Mumbai am Gestank erkennen, sobald sich die Flugzeugtueren oeffnen“, sagte mein Inder, bevor ich 2005 das aller erste Mal nach Indien reiste. Ich glaubte es nicht. Wollte es nicht glauben. Er hat Recht behalten, es ist auch heute nicht anders. Dazu der Smog.</p>
<p>Und dann die Menschen. Viel zu viele Menschen. 16 Millionen auf der Haelfte der Flaeche Hamburgs. Ueberall sieht man Scheisse. Hundescheisse der unzaehligen Strassenkoeter. Kuhscheisse der frei durch die Strassen streifenden Kuehe. Ziegenscheisse der fuer das muslimische Opferfest gehaltenen Ziegen findet man sogar im Aufzug seiner Wohnung. Und natuerlich Menschenscheisse. Jeden Morgen auf dem Weg zum Buero passiere ich ein Stueck Strasse, wo nachts die LKW parken. Die Fahrer wohnen in ihren LKW. Morgens hocken sie sich versteckt hinter die Reifen ihrer Trucks an den Kantstein und verrichten ihre Notdurft. Wenn ich dann vorbeifahre, in Anzug und Krawatte auf dem Weg zur Arbeit, sind die Trucks schon weg. Nur die Scheisse ist noch da. Schmierig, breiig laeuft sie den Kantstein hinab.</p>
<p>Nur waehrend des Monsuns sind die Kantsteine sauber. Dann schwimmt die Scheisse mit allerhand anderem undefinierbaren Zeugs im je nach Gegend huefthoch stehenden Wasser auf den Strassen.</p>
<p>Doch dieses Jahr war der Monsun schwach. Zu schwach. Das Leitungswasser wird nun sanktioniert. Fliessend Wasser gibt es bei mir im Haus nur noch jeweils morgens und abends ein paar Stunden. Das wird wohl auch bis zum naechsten Regen so bleiben. Das Klo spuehlt man dann halt mit dem Eimer und Wasser aus einem grossen Plastikfass.</p>
<p>Und dann die Seuchen und Krankheiten. Irgendwann kriegt man unweigerlich Durchfall oder die Kotzerei. Da kann man noch so vorsichtig sein, irgendwann sucht es einen Heim. Aber in Anbetracht der sonst noch im Angebot befindlichen Krankheiten kann man direkt dankbar sein, dass man sich nichts schlimmeres gefangen hat. Malaria, Dengue Fieber, die Pest, Tollwut, Cholera, Lepra, Tuberkulose, Japanische Enzephalitis, der kranken Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.</p>
<p>Aber trotzdem, Indien ist faszinierend. Jeder Weg zur Arbeit, ja sogar die kurze Strecke zum Supermarkt ist voll von neuen Eindruecken. Allein schon der Strassenverkehr. Hunde. Kuehe. Elefanten.Fussgaenger. Radfahrer. Karren. Kutschen. Motorraeder mit und ohne Beiwagen. Rickshas. Uralte Taxen. Autos in allen Groessenordnungen und Preisklassen. LKW. Busse. Ein einziges Chaos und immer haarscharf am Unfall vorbei.</p>
<p>Dazu das Leben auf den Buergersteigen. Dort wird nicht nur gegangen oder gestanden. Dort wird gesessen, gelegen, geschlafen und gewohnt. Dort werden Geschaefte aller Art verrichtet, ja, da wird oeffentlicher Raum nicht nur besessen, sondern gemeinschaftlich gelebt.</p>
<p>Kaum zu glauben, dass ich in drei Tagen schon wieder im Flugzeug sitze und nach Hamburg zurueck fliege. „Was fuer ein toller langer Weihnachtsurlaub“, mag nun der ein oder andere denken. Aber dem ist nicht so. Zunaechst steht Anfang naechster Woche noch eine Operation an. Der Granatsplitter im Gesicht, ein weiteres Andenken der Terroranschlaege vom 26.11.2008 wird entfernt. Drei bis vier Naechte werde ich im Krankenhaus bleiben muessen, dann ist dieses Thema endlich abgehakt, denn die verbliebenen drei Granatsplitter sollen bleiben, wo sie sind.</p>
<p>Bleibt zu hoffen, dass die Narbe schnell verheilt und ich auch noch dazu komme, die Weihnachtsmaerkte in Hamburg zu geniessen. Ich war zwar schon am Sonntag auf dem Deutschen Christmas Fest hier in Mumbai. Aber Gluehwein bei 30 Grad ist einfach nicht das Wahre.</p>
<p>Ansonsten werde ich mich die ersten Tage in Deutschland wieder darauf konzentrieren muessen, den „Verbuschungs-Effekt“ zu unterdruecken, den so ein langer Aufenthalt im Dschungel mit sich bringt. So fuehrt das typisch indische Kopfwackeln (maybe yes, maybe no, maybe I don’t fucking know) in Deutschland doch eher zu Verwunderung und auch das Anreden einfacher Dienstleister mit „hey boss“ wird eher nicht so gerne gesehen.</p>
<p>Aber ich bin zuversichtlich, dass es mir gelingt, dies Klippen zu umschiffen und meinen Akku ordentlich aufzuladen, bevor es Anfang Januar in Bombay wieder heisst „welcome to the jungle“.</p>
<p>Da ich nicht weiss, ob ich waehrend meines Heimaturlaubs dazu komme, hier gross zu bloggen, wuensche ich meinen Lesern schon jetzt eine schoene Weihnachtszeit. Als kleines Schmankerl gibt es hier gleich noch eine indische Version von „Jingle Bells“.</p>
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		<title>Ein halbes Jahr</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Apr 2009 10:36:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Unglaublich, aber wahr. Ich bin nun schon seit einem halben Jahr in Bombay. Die Zeit, sie rennt. Ein halbes Jahr&#8230; Zeit fuer ein Resumee. In meinem ersten halben Jahr in Bombay habe ich unglaublich viele neue Erfahrungen gesammelt und viel gelernt. Unter den gesammelten Erfahrungen waren auch sehr intensive, sowohl im positiven, wie auch im [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Unglaublich, aber wahr. Ich bin nun schon seit einem halben Jahr in Bombay. Die Zeit, sie rennt. Ein halbes Jahr&#8230; Zeit fuer ein Resumee. In meinem ersten halben Jahr in Bombay habe ich unglaublich viele neue Erfahrungen gesammelt und viel gelernt. Unter den gesammelten Erfahrungen waren auch sehr intensive, sowohl im positiven, wie auch im negativen Sinne.<br />
Die wohl krasseste Erfahrung im letzten halben Jahr waren ganz klar die Terroranschlaege vom 26. November. So hautnah dabei zu sein, das praegt. Auch wenn ich rein koerperlich schon lange wieder voll hergestellt bin, so laesst einen das Erlebte doch nicht los. Aber so verrueckt es vielleicht auch klingen mag, irgendwie bin ich auch dankbar fuer diese Erfahrung. Mit Mitte (Ende) Zwanzig, fuehlt man sich ja irgendwie doch noch reichlich unverwundbar. Mit solch einer extremen Erfahrung lebt man nun doch viel bewusster. Stichwort carpe diem, nutzen den Tag. Jeder Tag koennte der letzte sein. Fuer viele nur eine Floskel, wenn aber erstmal neben dem eigenen Abendessen eine Handgranate explodiert ist und aus Sturmgewehren auf einen gefeuert wurde, schaut das doch etwas anders aus.<br />
Wie ihr wisst, bin ich immernoch in Bombay, das heisst, die negative Erfahrungen koennen nicht wirklich ueberwiegen. Ganz im Gegenteil. Ich habe mich in diese Stadt verliebt. Und nicht nur dass, ich habe mich auch in dieser Stadt verliebt. Schon im Oktober letzten Jahres habe in meinem Hotel, wo ich zu Beginn gewohnt habe, meine Freundin Sarah kennengelernt. Sie war dort damals auch zu Gast. Seit Silvester sind wir ein Paar und zur Zeit verbringen wir vier gemeinsame Wochen hier in Bombay, im Mai sehen wir uns dann in Deutschland wieder.<br />
Auch sonst weiss das Leben in Bombay zu gefallen. Im Vergleich zu Deutschland herrscht hier in allen Lebenslagen ein unglaubliches Chaos. Aber trotzdem funktioniert es alles irgendwie. Gerade mir als freiheitsliebendem Individuum kommt dies sehr entgegen, ging mir Deutschland mit all seinen Regeln, seinen vielen rechthaberischen und grummeligen Einwohnern (dieses Blockwart und Gartennazi-Gen scheint leider in vielen noch zu schlummern) doch am Ende reichlich auf den Keks.<br />
Dazu wartet das Leben als Expat in einer Stadt wie Bombay natuerlich auch mit allerhand Annehmlichkeiten auf. Eine Maid, die sich um den Haushalt kuemmert, Waesche waescht und Geschirr spuelt und ein Fahrer, der einen sicher im klimatisierten Wagen von A nach B und wieder zurueck bringt und der fuer einen alle moeglichen Besorgungen erledigt, da muss man schon arg aufpassen, dass man sich nicht zu sehr dran gewoehnt und es am Ende eben nicht als selbstverstaendlich sieht.<br />
Auch vereinsamen tut man in Bombay nicht (eh schwierig, bei so vielen Menschen auf so wenig Flaeche). Allerdings ist es mit den Freundschaften hier so eine Sache. Ich bin einfach einer der juengsten Expats in dieser Stadt. Die meisten anderen Angestellten auslaendischer Unternehmen, die fuer mehrere Jahre hier gebunden sind, sind doch schon deutlich aelter. In meinem Alter finden sich hier viele Trainess, die in der Regel maximal ein halbes Jahr hier sind um ein Praktikum zu absolvieren. So kam es, dass im Maerz gerade quasi ein kompletter Schichtwechsel vollzogen wurde. Alle Deutschen Freunde, die ich bisher hier kennengelernt hatte, zog es zwischen Ende Februar und Ende Maerz wieder nach Deutschland zurueck. Nur ich blieb hier. Einerseits irgendwie gewoehnungsbeduerftig und traurig, nachdem man soviel Zeit miteinander verbracht hat, andererseits lernt man aber auch schnell neue, interessante Leute kennen. Langeweile kommt keine auf.<br />
Die richtigen Herausforderungen kommen aber erst noch. Bisher, Oktober bis April, habe ich ja die eher angenehmen Seiten Mumbais kennengelernt. Ab Mitte April muss ich dann nicht nur mit Sarahs Abreise klarkommen, sondern auch mit taeglich steigenden Temperaturen und dann spaeter mit dem Monsun. Nach all dem, was ich hier bisher allerdings schon er- und ueberlebt habe, bin ich recht zuversichtlich auch das alles irgendwie zu ueberstehen <img src='http://www.matthijs.de/wordpress/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' /> </p>
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		<title>Ein Monat Indien ist um</title>
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		<pubDate>Mon, 03 Nov 2008 13:50:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Etwas ueber einen Monat ist es nun her, dass ich in Hamburg das Flugzeug bestiegen hab, um ueber Frankfurt nach Mumbai aufzubrechen. 35 Monate liegen noch vor mir. Zeit also, fuer ein erstes Fazit.

Anders als viele auswandernde Chaoten, die man in Deutschland ja immer wieder im Fernsehen vorgesetzt bekam, war ich gut vorbereitet. Ich war [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Etwas ueber einen Monat ist es nun her, dass ich in Hamburg das Flugzeug bestiegen hab, um ueber Frankfurt nach Mumbai aufzubrechen. 35 Monate liegen noch vor mir. Zeit also, fuer ein erstes Fazit.</p>
<p><span id="more-286"></span></p>
<p>Anders als viele auswandernde Chaoten, die man in Deutschland ja immer wieder im Fernsehen vorgesetzt bekam, war ich gut vorbereitet. Ich war bereits mehrmals in Mumbai gewesen, wusste also grob, was mich erwartet. Zudem hatte ich soziemlich alles an Literatur verschlungen, was verfuegbar war.</p>
<p>Trotzdem ist es wie ein Schlag ins Genick, wenn man in Mumbai das Flugzeug verlaesst. Wenn ein Europaer eine Reise tut, neigt er dazu, Vergleiche zu ziehen. Vergleiche zu Staedten, Orten und Landschaften, die er bereits bereist hat. Das klappt auch wunderbar, solange man sich in der westlichen Hemisphaere bewegt. Da schaut dann Venedig ein wenig so aus wie die Hamburger Alsterarkaden und sogar der heimische Baggersee wird liebevoll Costa Kiesa genannt. Man findet fast immer irgendwelche Bezugspunkte und Vergleichsmoeglichkeiten.</p>
<p>All dies faellt hier in Indien komplett weg. Es ist alles ungewohnt. Selbst die Luft, die man atmet, scheint eine andere Konsistenz zu haben, von den Geruechen ganz zu schweigen. Die Menschen sehen anders aus, nur selten sieht man mal &#8220;Weisse&#8221; auf der Strasse. Die Geraeuschkulisse ist der Wahnsinn, Gehupe auf der Strasse, meist unglaublich laute Musik in Restaurants und Geschaeften. Auch das Stadtbild unterscheidet sich von allem, was ich zuvor gesehen habe.</p>
<p>Aber selbst daran gewoehnt man sich, langsam aber sicher. Man macht neue Erfahrungen, baut ein neues System von Bezugspunkten und Vergleichsmoeglichkeiten auf. Richtig heimisch fuehlt man sich trotzdem nicht. Daran wird man auch immer wieder, meist auf freundlich neugierige Art, von den Indern erinnert. Wenn man gerade der Meinung ist, hier wirklich angekommen zu sein, taucht auch schon wieder ein Inder auf, fragt einen, wie man heisst, woher man kommt, wie lange man hier bleibt, ob es einem gefaellt und ob er ein Foto mit einem haben kann. Verrueckt, wie interessiert die hier an uns &#8220;Auslaendern sind&#8221;. Damit wird einem dann auch immer wieder vor Augen gefuehrt, wer hier eigentlich der Exot ist.</p>
<p>Aufregend ist es hier, eine tolle Erfahrung und ich bin gespannt, mit welchen Erlebnissen die naechsten Monate so aufwarten werden. Stay tuned!</p>
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